Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
„Only bad news are good news“, alter “Journalisten-Satz”. Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Will sagen: Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser, damit kann man Schlagzeilen machen. Gute Nachrichten sind keine Reißer, kommen nicht an, sind langweilig - eben nur gut.
Da hab’ ich mich gefreut, dass es in meiner lokalen Tageszeitung eine Rubrik gibt mit dem Titel: „Die gute Nachricht“. Ehrlich gesagt ist die Rubrik recht klein, aber immerhin es gibt sie. Vor kurzem hat sie es sogar auf die erste Seite gebracht. Sie war nicht sehr groß und auch nicht mit Bild oder dicker Schlagzeile versehen, dafür informativ. Unter der Überschrift: „Die gute Nachricht“ wurde verkündet: In der Pfalz haben die Menschen 2025 mehr gespendet als 2024. Und zwar für das kirchliche Hilfswerk „Brot für die Welt“. Von wegen es gibt keine Solidarität mit den Armen mehr. Nein, auch wenn immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten, wenn der Einfluss der christlichen Botschaft scheinbar nachlässt, den kirchlichen Hilfswerken für die Armen wird wohl immer noch getraut, zumindest in der Pfalz.
Dass freut mich natürlich und es erinnert mich an die eigentliche „Gute Nachricht“. Als Buch steht sie seit gut 50 Jahren bei mir im Bücherregal. „Die Gute Nachricht“, so heißt nämlich eine Übersetzung der Bibel in modernes Deutsch. Sie ist zum ersten Mal 1968 gemeinsam von den evangelischen und katholischen Bibelwerken herausgegeben worden. Eine tolle Sache in der Zusammenarbeit der Kirchen.
Wichtiger aber als die Übersetzung der Bibel in Wörtern ist das, was in der Bibel steht, ins Leben zu übersetzen. Sprich, Gutes zu tun. Und das ist dann auch eine „Gute Nachricht“ in den Zeitungen wert.
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