Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

18FEB2026
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Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr in der Fastenzeit mal wieder ganz klassisch zu fasten. Indem ich auf Essen verzichte. Mittlerweile gibt’s ja so viele unterschiedliche Dinge, die Menschen in der Fastenzeit weglassen oder reduzieren: Zeit am Handy, Alkohol oder auch Stress. Aber ursprünglich hatte das Fasten natürlich mit dem Essen zu tun. In meiner Kindheit gab‘s in der Fastenzeit keine Süßigkeiten, Schokolade und Gummibärchen haben wir in ein großes Einweckglas gesteckt. Streng genommen gilt in meiner katholischen Kirche bis heute am Aschermittwoch und am Karfreitag ein so genanntes „Abstinenzgebot“: Alle Gläubigen über 14 Jahren sollen sich nur einmal am Tag sattessen. Damit könnte ich heute anfangen.

Warum ich mir dieses Jahr überhaupt vorgenommen habe, auf Essen zu verzichten? Ehrlich gesagt ein bisschen schon auch, um ein wenig abzunehmen und mich in meinem Körper noch wohler zu fühlen. Aber dann ist da noch ein anderer Gedanke, vor allem, wenn ich Nachrichten schaue, kommt der mir: Ich will aus Solidarität weniger essen. Es gibt so viele Menschen auf dieser Erde, die sich praktisch nie sattessen können. Ich will an sie denken – und kann so ein klein bisschen spüren, wie das ist: hungrig sein. Vielleicht kann ich auch von dem Geld, das ich spare, etwas spenden. Das ist übrigens eine Kombination beim Fasten, die eine lange Tradition hat: selbst weniger essen und andere satt machen.

Auch in anderen Religionen gibt’s diese Verbindung aus Verzicht und Spenden. Im Islam zum Beispiel. Heute Abend beginnt auch für Musliminnen und Muslime ihre Fastenzeit, der Ramadan. Sie essen und trinken dann sogar gar nichts zwischen Sonnenauf- und -untergang. Das werd ich nicht schaffen. Aber eine Mahlzeit weniger am Tag, das könnte vielleicht gehen. Oder auch: kleinere Portionen. Auf Essen verzichten: Für mich ist das dieses Jahr mein Fastenvorsatz.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43869
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