Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

17FEB2026
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Heute am Fastnachtsdienstag wird geschunkelt und gelacht, an vielen Orten im Lande. Lachen ist gesund und Lachen tut gut, vielleicht gerade, wenn die Lage nicht so einfach ist. Die Kirche und manch fromme Leute hatten mit dem Lachen allerdings in früheren Zeiten auch so ihre Probleme.

In dem berühmten Buch von Umberto Eco ist davon die Rede, „Der Name der Rose“. Viele kennen es auch als Film. Wegen einer Schrift über das Lachen werden da in einem mittelalterlichen Kloster Mönche umgebracht. Der alte Mönch, der die Bibliothek hütet, hat seine eigenen Ansichten über das Lachen – und wird deswegen sogar zum Mörder. Er behauptet: „Über die Wahrheit und Schönheit lacht man nicht. Eben darum hat Christus niemals gelacht. Das Lachen schürt nur den Zweifel.“ (S.169)

Ein klein wenig Recht hat er vielleicht: Wer über etwas lacht, läuft manchmal Gefahr, die Dinge nicht ernst genug zu nehmen. Lachen kann zum Aus-lachen werden. Und bei Dingen, die uns wichtig sind, wie Liebe, Wahrheit, Religion, da sind wir, verständlicherweise, empfindlich. Aber: In „Der Name der Rose“ wird auch die andere Gefahr deutlich: Wer die Dinge so ernst nimmt, dass Lachen streng verboten ist, der wird leicht engstirnig. Der kann sogar zum Fanatiker werden, wie dieser alte Mönch.

Ich finde sogar: Lachen passt besonders gut zu meinem Glauben. Lachen ist ja auch ein Zeichen von Freiheit und Freude. Die Auferstehung Jesu bietet so viel Grund zum befreiten Lachen, dass man über die Jahrhunderte sogar an Ostern im Gottesdienst Witze erzählt hat.

Im Buch „Der Name der Rose“ sagt William, der kluge Mönch und Detektiv, am Schluss etwas Ähnliches: „Vielleicht gibt es am Ende nur eins zu tun, wenn man die Menschen liebt: sie über die Wahrheit zum Lachen bringen.“ (S.624)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43868
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