SWR4 Abendgedanken

03FEB2026
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Manchmal stehe ich vor meinem Bücherregal und staune: Da stehen so viele Bücher auf mehreren Metern Regalbrettern. Ich habe sie nicht alle gelesen; manche auch nur teilweise. Aber ich habe viel aus ihnen gelernt über die Welt, mein Leben, über Gott und den Glauben. Ich bin dankbar für meine Bücher – und ich bin einem Mann ganz besonders dankbar: Johannes Gutenberg. Ohne ihn hätte ich die Bücher gar nicht. Denn er hat um das Jahr 1450 den modernen Buchdruck erfunden. Der 3. Februar heute gilt als sein Todestag und damit sein Gedenktag. Ich vermute mal, dass Johannes Gutenberg, als er 1468 gestorben ist, nicht geahnt hat, wie sehr seine Erfindung die Welt verändern wird. Bis dahin wurden Bücher einzeln Wort für Wort abgeschrieben, meist von Mönchen. Und für ein Buch brauchten sie Monate oder sogar Jahre. So ein Buch konnten sich höchstens die ganz Reichen, Könige oder Fürsten leisten. Aber Gutenbergs Erfindung hat es möglich gemacht, dass sich auch ganz normale Menschen ein Buch kaufen und bezahlen konnten. Die Menschen fingen an lesen zu lernen, um die Bücher zu verstehen. Bildung wurde wichtig, und Schulen sind entstanden. Ja, der Buchdruck von Johannes Gutenberg hat die Welt verändert und gilt als eine der größten Erfindungen der Geschichte.

Vielleicht haben Sie unter ihren Büchern im Regal auch eine Bibel stehen. Eines der ersten Bücher, die Gutenberg druckte, war nämlich eine Bibel. Er war davon überzeugt, dass die Bibel das wichtigste Buch von allen ist. Weil sie Menschen und ihr Leben verändert. Die Bibel erzählt davon, dass Gott mich geschaffen hat, mich liebt und mich durch mein Leben begleiten will. Die Bibel sagt mir, wer ich bin: Gottes geliebtes Kind. In der Bibel finde ich Worte, die mir Mut machen, wenn ich verzagt bin oder mich trösten, wenn ich am Boden liege. Die Bibel ist voller Geschichten, wie Gott im Leben von Menschen gehandelt hat und darum auch in meinem Leben handelt. Ich finde: die Bibel ist ein wundervolles Buch. Manchmal, wenn ich in ihr lese, meine ich Gottes leise Stimme zu hören, die zu mir spricht. Auch dafür bin ich heute Johannes Gutenberg dankbar: Seit dem Buchdruck kann jeder Mensch die Bibel lesen.

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