SWR Kultur Wort zum Tag
Einen Schatz finden – das hat Menschen immer wieder motiviert, große Mühen auf sich zu nehmen. Besonders wenn es sich um lang verschollene Schätze gehandelt hat. Ein versunkenes Schiff etwa oder eine verborgene Grabkammer.
Es gibt jedoch nicht nur Schätze aus Gold und anderen kostbaren Materialien, sondern auch menschliche Schätze: Freundlichkeit, Humor, Geduld, Fürsorge, Treue, Mitgefühl – sozusagen Schätze des Herzens. Und nicht umsonst sagen wir manchmal: du bist mein Schatz, um auszudrücken, wie wertvoll jemand für uns ist.
Der Beginn einer Beziehung ist oft davon geprägt, dass wir entdecken, was am andern besonders und wertvoll ist. Und dadurch wächst eine gegenseitige Wertschätzung, die dazu führen kann, dass wir regelrecht aufblühen. Doch nach einer gewissen Zeit tritt oft die Gewöhnung ein, und der Alltag legt seinen Staub darüber. Es kommen manche Enttäuschungen und Missverständnisse dazu, und irgendwann ist der Glanz verschwunden. Dann braucht es ein zweites Entdecken und meine Bereitschaft, zu einer Schatzgräberin zu werden. Das beginnt damit, genau hinzuschauen und die vielen kleinen Momente wahrzunehmen, wo mir der oder die andere freundlich und wohlwollend begegnet. Etwa mit einer Tasse Kaffee am Morgen. Oder wenn ich mich darauf verlassen kann, dass jemand für mich da ist, wenn es mir mal nicht so gut geht. Wenn ich das nicht einfach selbstverständlich in Anspruch nehme, spürt der andere, dass er wichtig ist. Natürlich gibt es auch die Momente, wo mich mein Gegenüber ärgert oder gar verletzt. Diese Steine müssen weggeräumt werden, damit ich nach dem graben kann, was kostbar ist. Und manchmal kommt erst dadurch ein besonderer Schatz zum Vorschein – vielleicht nach einem Streit eine Versöhnung oder mehr Verständnis füreinander. Solche besonderen Erfahrungen können dann auch meinen Blick auf das alltägliche Miteinander verändern.
Mitunter hilft ein Anstoß von außen, um zum Schatzgräber zu werden. Bald ist Valentinstag. Eine gute Gelegenheit, um dem Lieblingsmenschen an meiner Seite zu zeigen, dass er mir bedeutet. Und warum nicht auch einer guten Freundin, einem netten Kollegen oder einem lieben Verwandten? Dazu braucht es nicht immer Geschenke – auch Herzensworte sind kostbar. Damit wir spüren, wie wertvoll wir füreinander sind. Darum geht es übrigens auch in der Aktion „7WochenWERT“ voll, die mit der Fastenzeit startet: Beziehungen durch gegenseitige Wertschätzung stärken. Bei dieser kostenlosen Aktion der katholischen Kirche bekommen die Teilnehmenden sieben liebevoll gestaltete Briefe mit Anregungen und Ideen für ihr Miteinander. Einfach im Internet suchen nach „7Wochenaktion“ (www.7wochenaktion.de). Dort gibt es vieles zu entdecken.
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