SWR4 Abendgedanken

29JAN2026
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Alle Plätze waren besetzt, im Vorraum, vor dem Arztzimmer, im Spenderaum.  Neben denen, die öfter zur Blutspende gehen, kamen immer wieder Erstspender, die sich noch nicht auskennen - ein bisschen unsicher, wie das alles dann funktioniert. Die jüngsten Aufrufe zum Blutspenden sind offensichtlich angekommen. Denn die Blutbanken haben gerade Not: es ist Winter, viele sind Grippe-krank, dazu Feiertage, Urlaube - die Vorräte sind knapp geworden. Dann braucht es Aufrufe zum Blutspenden.

Blutspenden ist eigentlich ganz einfach. Genug trinken, hingehen, Fragebogen zur Gesundheit ausfüllen. Dann wird Blutdruck und Eisenwert gemessen, ein Arzt guckt sich das kurz an. Wenn von dort die Zustimmung kommt, darf man spenden. Das ist alles! Die Helferinnen sind ziemlich geübt, alles geht sehr routiniert, auch der kleine Pieks mit der Nadel. Nach ein paar Minuten ist der Beutel gefüllt und wird einem anderen Menschen helfen. Fertig! Bei manchen Spendeorten gibts sogar eine kleine Aufwands-Entschädigung.

Spenden bedeutet, etwas hergeben, damit eine andere Person es nutzen kann. Und es gibt viele Weisen zu spenden, so lange wir leben: Das können Sachen sein, oder Zeit, Geld oder was auch immer. Jede und jeder kann geben, was möglich ist. Ich gebe etwas von dem, was ich habe, und teile es mit anderen.

Was die Blutspende dann doch ein bisschen besonders macht: ich gebe mit vollem Bewusstsein und Willen etwas von meinem Körper her. Von meinem Blut, ohne das ich nicht leben könnte. Der halbe Liter fehlt dem Körper erst mal. Davon merke ich zwar so gut wie gar nichts. Mein Körper, dieses Wunderwerk, wird es schnell wieder ersetzen. Aber es ist dennoch sehr persönlich.

Wer etwas spendet, sollte es mit Freude tun. Ob jemand Zeit spendet oder Geld, Kuchen oder Aufmerksamkeit, Sachen aller Art oder eben auch Blut: Jede Spende zählt und hilft anderen Menschen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43764
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