SWR4 Abendgedanken

26JAN2026
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Bei mir sieht es immer noch ein bisschen nach Weihnachten aus.  Weihnachtspost auf dem Tisch, inmitten von meinen schönsten Glaskugeln. Dann die Krippenfiguren, beschützt von einem sehr großen Stern aus Holz. Das kann alles noch eine Weile bleiben. Weil ich das so brauche.

Denn jedesmal, wenn ich vorbeigehe, gucke ich zur Krippe: Mal schaue ich auf den großen Stern. Mal auf das Jesuskind. Oder auf die Engel. Und öfter schaue ich auf Josef und Maria, die ihr Kind bewachen. Dann gehen meine Gedanken eine Weile damit weiter. Erst mal sind sie einfach nur Eltern. Die Eltern beschützen den neugeborenen Jesus, wie liebende Eltern es tun. Gerade haben sie Schweres überstanden – erst aus Ägypten geflohen, dann obdachlos, schließlich die Geburt des ersten Kindes. Vermutlich sind sie erschöpft, aber auch stolz und glücklich über seine Geburt. Sie sorgen sich um ihr Kind, pflegen und ernähren es. Die Eltern helfen dem kleinen Jesus, ins Leben hineinzuwachsen. Sie bewachen seinen Schlaf, trösten ihn bei Bauchschmerzen, bewundern seine ersten Schritte und freuen sich irgendwann über den ersten ausgefallenen Milchzahn, schicken ihn zum Lernen. Später leiden sie wie alle Eltern von Pubertierenden darunter, dass der jugendliche Jesus sich von ihnen entfernt und eigene Ideen entwickelt.

Aber das ist nur der Anfang einer großen Erzählung – aus dem Handwerker wird ein Wanderprediger. Gibt sich mit Außenseitern ab, kümmert sich um Frauen, die von anderen erst ausgenutzt und dann verachtet werden, spricht über Gott und die Liebe. Er verursacht eine Menge Aufruhr. Die einfachen Leute haben Jesus geliebt und gesucht. Sie haben gemerkt: Dieser Jesus sieht unsere Not! Der ist auf unserer Seite. Für andere war er gefährlich. Und das hat ihn schließlich das Leben gekostet. Das alles ist in dem Baby in der Krippe schon angelegt.

Und seine Eltern Maria und Josef? Die sind jetzt erst einmal beschäftigt. Mütterlich und väterlich kümmern sie sich darum, dass der kleine Jesus groß werden kann. Wie alle Eltern schauen sie voller Hoffnung auf ihr neugeborenes Kind. Danke, Maria und Josef!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43761
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