Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

31JAN2026
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Das kommt vor - im Leben: Dass einem einfach mal die Kraft ausgeht.  Ich glaube, das kennt jeder: Es passiert irgendetwas unerwartetes. Es wird immer mehr und mehr, mit dem man klarkommen muss. Jemand aus der Familie wird krank. Oder man selbst. Die Beziehung rutscht in die Krise. Oder wenn Eltern mit ihren heranwachsenden Kindern ringen - und Kinder mit ihren Eltern, dann kostet das Kraft. Und manchmal auch zu viel.

Für mich ist das Schlimmste dabei, dass mir dann auch meine Lebensfreude abhandenkommt. Und wenn ich nicht wenigstens ab und zu mal zufrieden bin – woher soll ich dann neue Kraft schöpfen?

Und - wo ist eigentlich Gott in so schweren Zeiten?

Das haben auch die Menschen der Bibel gefragt. Zur Zeit des Propheten Jesaja, als das ganze israelitische Volk in der Krise gesteckt hat. Und ihnen die Kraft ausgegangen ist. Da hat Jesaja verkündet: „Das geknickte Rohr wird er nicht brechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“

Der glimmende Docht, das geknickte Rohr - klar, dass ich damit gemeint bin. Ich, der Mensch in schweren Zeiten. Aber wer wird das geknickte Rohr nicht brechen? Von wem redet Jesaja? Wer ist das, der den glimmenden Docht, das letzte Fünkchen Hoffnung nicht vollends auslöschen will?

In der Christlichen Tradition ist es Jesus - das Kind in der Krippe! Er raubt niemandem die letzte Kraft. Und er ist ein Fingerzeig, wo mir Gott begegnet - ob nun Weihnachten ist, oder nicht.

Wenn die angesichts von Sorgen und Nöten die Kraft auszugehen droht und da ist einer - ein Mann, eine Frau, eine Fremde oder ein Freund - egal - wenn da jemand ist, der hilft, den Funken zu erhalten, die geknickte Seele wieder aufzurichten - dann begegnet mir da Gott!

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