SWR3 Gedanken

29JAN2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Jonah ist absoluter Star Wars-Fan. Von allem, was mit Lichtschwertern, Jedi-Rittern oder Raumschiffen zu tun hat. Jonah ist mein Sohn und über Star Wars könnten wir stundenlang fachsimpeln.

Und gleichzeitig…  wenn ich mir das ganze „Krieg der Sterne“-Spielzeug von Jonah anschaue, wird mir sofort klar, woher der Name kommt. Vom düsteren Darth-Vader bis zum kleinsten pelzigen Wesen: alle tragen eine Waffe und ich frage: Muss das sein, wenn jeden Tag Abertausende mit Waffen verletzt oder umgebracht werden?

Jonah und ich haben eine Abmachung mit den Spielzeug-Waffen getroffen. In unserer Star Wars-Welt stirbt keiner. Wenn wir zusammen spielen, geht es eher tollpatschig zu und aus den Laserpistolen fliegen nur Erbsen. Statt Krieg bekommt jede Seite die Gelegenheit nach Herzenslust zu schimpfen, bis die Wut verpufft und man sich wieder die Hand gibt.

Wenn ich auf die Realität schaue, weiß ich, dass eine waffenfreie Welt utopisch ist. Aber selbst wenn ich mich in diesem Punkt machtlos fühle, kann ich eine Sache aber tun: Ich kann gut überlegen, was mein Sohn von mir lernt. Und da weiß ich, was ich möchte. Jonah soll lernen, dass der gewaltlose Weg immer der bessere ist. Dazu hat Gott jedem Menschen eine Fähigkeit ins Herz gelegt. Auch wenn sie total verschüttet ist: Sie ist da und sie kann trainiert werden.

Menschen können, den waffenlosen Weg gehen. Wenn sie lernen, dass verbaler Schlagabtausch und Versöhnung zusammengehören. Wenn jemand den Mund aufmacht, bevor was zwischen zwei Menschen steht. Und wenn sich einer traut immer wieder die Hand auszustrecken. Eine waffenlose Hand.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43744
weiterlesen...