Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

29JAN2026
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Bringt das denn überhaupt was? Ich gebe zu, mir schießt der Gedanke manchmal durch den Kopf, wenn ich sehe – wie jemand versucht, etwas Gutes zu bewirken für unsere Welt. Eine Freundin von mir zum Beispiel: die sammelt Zigarettenkippen ein, unterwegs beim Spazierengehen. Die Dinger sind hässlich und extrem umweltschädlich… Es ist gut, was sie da macht - aber erreicht sie damit wirklich etwas?

Eigentlich ist es doch ein Kampf wie „David gegen Goliath“: all die winzigen Maßnahmen: Müll aufsammeln für den Naturschutz oder Geld spenden für Hilfsprojekte. Was können wir schon groß ausrichten gegen weltweite Probleme? Die Macht- und Geldinteressen, die dabei eine Rolle spielen, die sind so kompliziert und schwer zu durchschauen. Dagegen antreten mit den eigenen winzigen Maßnahmen, das ist ein ungleicher Kampf: „David gegen Goliath“.

„David gegen Goliath“: die Geschichte aus der Bibel steht sprichwörtlich für einen auf den ersten Blick aussichtslosen Kampf: „Der Kleine gegen den übermächtig Großen“ - „Der Schwache gegen den Starken“. Was das Sprichwort aber meistens vergisst: David, der Schwache, gewinnt! Im Alten Testament erzählt die Bibel von David. Er ist ein schmächtiger junger Mann, der bisher nur als Schafhirte gearbeitet hat. Mit einem Schwert kann er nicht umgehen – höchstens mit seiner Steinschleuder, um Wölfe abzuschrecken. Und plötzlich muss David antreten gegen einen riesenhaften Krieger namens Goliath.  Und David gewinnt! Nicht, weil er doch der Stärkere ist oder der bessere Kämpfer. Sondern weil er Gottvertrauen hat.

Gott hat David versprochen: Mit mir an Deiner Seite kannst Du Goliath, den stärksten Kämpfer der feindlichen Armee, besiegen und Dein Volk retten. David vertraut auf Gott und geht mit den Mitteln in den Kampf, die er hat und die er beherrscht. Er kann mit einer Steinschleuder umgehen. Und mit der bringt er Goliath zu Fall.

David gegen Goliath – ein ungleicher Kampf. Der Kleine gegen den Großen. Der Schwache gegen den Starken. Und David, der Schwache, gewinnt.

Wenn ich mich also wieder einmal denke: „Das bisschen Engagement – zum Beispiel Zigarettenkippen aufsammeln – das bringt doch eigentlich gar nichts. Dann würde David darauf wahrscheinlich erwidern: Wer so denkt, hat schon verloren. Lieber auf das schauen, was möglich ist und was man kann. Und Gottvertrauen haben. Gerade die Kleinen und Schwachen haben Gott schließlich auf ihrer Seite. Wenn ich also versuche, mit meinen Mitteln die Welt ein bisschen besser zu machen – warum sollte das nicht möglich sein? Es spricht wirklich nichts dagegen.

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