SWR3 Gedanken

17JAN2026
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Es wird von einer Tradition in Afrika berichtet, die einem Stamm von Rinderhirten zugeschrieben wird. Ob sie wirklich so stimmt ist fraglich, aber ich finde sie einfach wunderschön. Der Geburtstag eines Kindes ist dort nicht erst der Tag, an dem es geboren wird, sondern schon der Tag, an dem seine Mutter das erste Mal an ihr Kind denkt. Dann geht sie in die Natur und lauscht in sich hinein, bis sie das „Seelenlied“ des Kindes hören kann, eine kleine Melodie, die man gut nachsingen kann.

 

Dieses Seelenlied lernt sie dem Vater des Kindes und auch den Nachbarn und Freunden. Es wird während der Schwangerschaft gesungen und bei der Geburt. Sie singen es, wenn das Kind nicht einschlafen kann, wenn es krank ist oder etwas angestellt hat. Wenn es erwachsen wird, einen Partner findet, in Lebenskrisen und sogar auf dem Totenbett.

 

Wahrscheinlich gefällt mir die Tradition deshalb so gut, weil ich meinen Glauben darin wiederfinde. Die Lebensmelodie ist das, was mich als Mensch ausmacht, was mich wertvoll und einzigartig sein lässt. Gott hat sie mir ins Herz gelegt. Es gibt Zeiten, da kann ich gut in die Melodie einstimmen, und manchmal habe ich auch den Faden verloren und muss mich wieder erinnern, wer ich wirklich bin.

 

Und zum Glück kann sich ein guter Song auch entwickeln. Das heißt, es gibt verschiedene Strophen und vielleicht auch mal einen Tonartwechsel. Aber der Refrain, der bleibt von Anfang an gleich: Ich bin ich, und Gott singt mit.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43678
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