SWR Kultur Wort zum Tag

31DEZ2025
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Heute blicken viele ja zurück auf das Jahr, das um Mitternacht vergehen wird. Und das ist mehr als nur so traditionell dahingesagt. Es ist doch auch schön! Zurückblicken auf das, was gut war in den letzten zweiundfünfzig Wochen; noch mal in Erinnerungen schwelgen, den herben Geruch des Meeres oder die Kühle eines Morgens in den Bergen fast richtig schnuppern, noch mal daran denken, wo ich richtig gut drauf war, vielleicht sogar einen kleinen Erfolg hatte. Die Freude noch mal spüren, als mir jemand einfach nur gesagt hat: Gut, dass du da bist – oder Schön, dass ich mit dir zusammenarbeiten darf: Solche kleinen oder auch großen Sachen eben, die den Alltag oder den Urlaub schön gemacht haben.

Schon deswegen, weil sie ja sozusagen im Wettbewerb stehen mit den eher dunkleren Momenten; die hat’s ja nun auch gegeben. Der Sohn von entfernten Bekannten, der wg zu viel Drogen in die Klinik musste. Der Freund, der nach einem Unfall plötzlich nur noch im Pflegeheim sein kann. Die wirklich bösen Worte zwischen Mann und Frau, die sie haben stehen lassen, statt wenigstens zu versuchen, ob sie das vor dem Zubettgehen noch ausräumen oder sich sogar vertragen können…

Zurückblicken – das kann auch schon mal schmerzlich sein. Aber das muss ich aushalten – und ich kann es, weil eigentlich doch das Gute überwiegt, das, wofür ich dankbar bin und was mich gestärkt hat. Dankbar den Menschen; und dankbar dem Gott, der mir diese Menschen und so viel Gutes zur Seite stellt und bei dem ich mich trotz allem doch gut aufgehoben fühle.

Das Gute – weltweit ist es ja auch in diesem Jahr beinah komplett unter die Räder gekommen. Und die Aussichten scheinen kaum besser zu werden – trotz Weihnachten vor acht Tagen und trotz all der Friedensbotschaften und gegen die Hoffnung eigentlich aller Menschen guten Willens auf Gerechtigkeit…

Die Hoffnung nicht verlieren, hatte Papst Franziskus in seiner Friedensbotschaft zum Neuen Jahr 2025 vorgeschlagen: „Suchen wir den wahren Frieden, den Gott einem entwaffneten Herzen schenkt: einem Herzen, das (darauf verzichtet), zu berechnen, was mir gehört und was dir gehört; einem Herzen, das die Mutlosigkeit im Hinblick auf die Zukunft überwindet mit der Hoffnung, dass jeder Mensch eine Bereicherung für diese Welt ist.“

Jeder Mensch – auch Du und ich! – eine Bereicherung!!

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