SWR Kultur Wort zum Tag
„Brot statt Böller“ schlagen kirchliche Hilfswerke vor. Fast 200 Millionen Euro haben die Deutschen voriges Jahr beim Feuerwerk in den Himmel geschossen. Das könnte vielen Menschen zu einem besseren Leben helfen, statt in ein paar Stunden bunt und laut zu verbrennen. Noch mehr Millionen, hoffen Handel und Industrie, werden sie ab heute umsetzen. Wieviel Gutes könnten Hilfswerke mit so viel Geld tun!!!
Ein anderer Vorschlag war mal: Damit Menschen, die zu uns nach Deutschland geflüchtet sind, weniger erschreckt werden, sollten die Leute doch bitte eher leisere Raketen und Feuerwerks-Böller einsetzen in der Silvesternacht…
Schon wahr: Immer noch wieder sind sehr viele Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Krieg, und viele von ihnen, besonders die Kinder, sind in ihrer Seele schwer verletzt; und das könnte wahrscheinlich wieder aufbrechen und weh tun, wenn’s gegen Mitternacht zu krachen anfängt in diesem friedlichen Land.
Aber „leisere Kracher“ – ist das die Alternative? Andere Stimmen sind schon älter als die mit dem Rücksichtnahme-Feuerwerk; sie machen andere Vorschläge: „Beten statt Böller“, sagen zum Beispiel manche christliche Klöster. Und laden gegen Mitternacht in ihre Kirchen ein; lesen zum Beispiel den Anfang der Bibel: im Anfang schuf Gott Himmel und Erde… und bitten um Gottes Segen für ein gutes Jahr.
Alternative Lösung, ganz grundsätzlich: In vielen Ländern ist die ganze private Knallerei und Blitzerei ja schon verboten. Und sei es nur wg Feinstaub-Belastung und Müll und zum Schutz der Tiere vor so viel Lärm; und weil die Rettungsdienste überlastet sein können.
Wir werden ein paar Wunderkerzen abbrennen, draußen auf der grünen Wiese; vielleicht sogar die Maxi-Wunderkerzen. Und vor allem werden wir Gott danken für das Vergangene und ihm das Jahr 2026 und die ganze Welt und uns selbst ans Herz legen. Auch beten – etwa für die Menschen in der Ukraine und in den anderen Ländern in Krieg und Bürgerkrieg, wo der Tod mal laut daherkommt und oft auch leise…
Und wenn dann neben all dem Krach von Böllern und Raketen und hoffentlich sicher gezündeten MaxiKrachern die Kirchenglocken ins neue Jahr läuten dann heißt es natürlich auch bei uns: Prosit Neujahr!
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