Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

07JAN2026
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Es droht eine gewaltige Flut, eine alles vernichtende Überschwemmung – so erzählt schon die Bibel. Damit nicht auch der rechtschaffene und gläubige Noah in dieser Katastrophe untergeht, warnt ihn Gott vor der Flut. Er trägt ihm auf, eine Arche zu bauen, ein riesiges Schiff, in dem er, seine Großfamilie und die Vertreter aller Tierarten Platz finden sollen. Im Vertrauen auf Gott baut Noah diese Arche. Er handelt anscheinend völlig irrational, baut das Schiff mitten auf trockenem Land. Noah macht sich so zum Gespött der Leute. Doch der Spott hört auf, als der große Regen einsetzt. Alles Land verschwindet unter den Fluten, nur Noah und alle in der Arche schwimmen oben auf und werden gerettet.

Diese Geschichte hat einige Parallelen zu unserer Zeit. Auch wir haben mit zunehmenden Fluten und Überschwemmungen zu kämpfen. Die setzen zwar nicht gleich die ganze Erde unter Wasser. Aber sie bedrohen schon jetzt Inselstaaten und Küstenländer, denen bis zum Ende des Jahrhunderts der geographische Untergang droht. Und auch heute werden viele Kritiker und Warner lächerlich gemacht und so behandelt, als wenn sie mitten auf dem trockenen Land eine Arche bauen wollten – für eine Flut, die ja doch nicht kommt.

Doch bisher sind alle negativen Veränderungen eingetroffen, die die Klimaforscher vorausgesagt haben. Die Kombination aus Raubbau an der Umwelt, übermäßiger CO2-Produktion und rücksichtslosem Konsum gefährdet die Lebensgrundlagen anscheinend schneller als erwartet. Vielleicht brauchen wir doch wieder eine Arche, um der hausgemachten Klimakatastrophe zu entkommen. Fragt sich nur, wer dann in die Arche reindarf. Und wo die Arche überhaupt hinsoll.

In Wirklichkeit ist das keine Lösung. Wir können nicht Archen für die ganze Menschheit bauen. Müssen wir allerdings auch nicht. Denn wir haben eine Arche für alle. Unsere Arche heißt Erde. Und die darf nicht untergehen.

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