SWR3 Gedanken
Es war völlig klar, dass Franzi und Tessa dieses Jahr wieder einen auf Königin machen. Franzi ist meine Tochter und Tessa ihre Freundin. Die beiden lassen sich gerne begeistern, Franzi vor allem fürs Tanzen, und Tessa für die Feuerwehr. Und immer Anfang Januar begeistern sich die Mädchen für die Sternsinger.
Mit denen sind Franzi und Tessa zwei Tage lang in unserem Dorf unterwegs. Gestern haben sie schon stundenlang mit ihren Königskollegen die Häuser abgeklappert, und heute kommt noch der Rest dran. Kann sein, sie klingeln später auch noch an unserer Haustür, dann sehe ich sie da stehen, vielleicht sind sie ein bisschen verlegen. Und ich höre Franzi, wie sie ihr Sternsinger-Gedicht aufsagt:
„Frieden und sein Wohlgefallen, bietet Gott den Menschen allen.
In seinem Namen sind wir hier, schreiben den Segen an die Tür.“
Klingt altertümlich, ja. Aber wenn ich es von Franzi höre, und Tessa dann danach noch mit Kreide einen Segen an unsere Haustür schreibt, dann kommt dabei so viel Gutes zu mir rüber.
Denn wenn mir jemand einen Segen sagt, dann wünscht er mir Schutz und Gottes Beistand, und dass mein Leben gelingen möge. Und außer dem Segen bringen die Mädchen auch noch was ganz Handfestes mit: ihre Geld-Dose. In der sammeln sie Spenden für eine große Hilfsorganisation, bei der Kinder die Hauptakteure sind. Die Sternsinger sammeln für das Kindermissionswerk.
Also, für den Fall Sie sehen heute irgendwo Königinnen oder Könige. Es sind Kinder wie Franzi und Tessa, und sie bringen Segen und tun Gutes.
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