SWR3 Gedanken

Prosit Neujahr.

Das klassische Gläschen Sekt nachts um zwölf gehört einfach dazu, völlig egal ob mit oder ohne Alkohol. Ich hab es schon in ganz unterschiedlichen Stimmungen getrunken. Verliebt und glücklich oder krank und enttäuscht. Voller Vorfreude und im nächsten Jahr dann wieder eher ängstlich und voller Bedenken, was im Neuen Jahr alles kommt.

Gestern kurz vor Mitternacht hat mein Freund Martin bei uns in der Runde einen „Sekt-Segen“ angekündigt. Ich war gespannt, und natürlich funktioniert der Segen auch mit Limo oder Mineralwasser. Als wir dann kurz vor zwölf die Gläser eingeschenkt haben, hat Martin gesagt:

„Wenn mir jetzt mein Glas eingeschenkt wird, bete ich: Gott, du beschenkst mich mit allem, was ich brauche.

Und wenn ich gleich anstoße, dann denke ich: Jesus, du machst mein Leben aufregend, vor allem dann, wenn ich in meinem Leben mit anderen in Kontakt komme.

Und wenn die Kohlensäure im Mund bizzelt, dann passt dieses Gebet: Heiliger Geist, wenn´s in meinem Leben prickelt, dann bist du dabei. Du lässt mich sogar manchmal überschäumen und dann ist deine Liebe perfekt.“

Dieser Sekt-Segen hat meinem Jahreswechsel eine ganz eigene Note gegeben.

In diesem Sinn will ich im neuen Jahr dankbar für alles sein, was mir geschenkt wird. Gutes Essen und genügend Zeit zur Erholung, aber auch schöne Musik und liebe Überraschungen. Ich freue mich auf Begegnungen, egal ob lange geplant oder ganz unverhofft. Und ich bitte um das Prickeln. Um die Lebendigkeit, wenn ich Liebe spüre oder Lust auf Neues bekomme oder darauf eine schöne alte Gewohnheit wieder neu auszugraben.

Prosit Neujahr!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43613
weiterlesen...