SWR3 Gedanken

30DEZ2025
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Timo ist x-facher Deutscher Meister im Karate, er kommt aus dem gleichen Ort wie ich, und seine Ansichten sind echt stark.

„Stark sein“ ist sowieso sein Thema, denn Timo macht nicht nur Karate, er gibt auch Kurse zur Selbstverteidigung. So einen Kurs hab ich gemacht, und Timo hat erklärt: „Wer äußerlich und innerlich stark sein will, der muss stolz sein. Und das ist kein Ego-Stolz, sondern gesunder, guter Stolz. Und den kann man üben.“

Ich schaue Timo skeptisch an. Denn sofort fallen mir lauter Situationen ein, in denen ich eben gar nicht stolz war, sondern eher das Gegenteil: Wenn ich mich im Streit weggeduckt habe, und mich beleidigt verzogen hab, anstatt in Ruhe weiter zu erklären, was mir wichtig ist. Oder wenn ich mich mal wieder voll in das reinsteigere, was mich an anderen aufregt.

Aber dann meint Timo weiter: „Wer selbstsicher und mutig durchs Leben gehen will, der muss sich selber immer wieder ein paar gute Sachen sagen. Denn ehrlich, alle haben mal schlechte Tage, fühlen sich mies und schwach, oder klein. Aber genau das ist ja niemand! Jede und jeder trägt einen starken und stolzen Kern in sich.“

Und für den Anfang hat Timo noch diesen Tipp: „Überlege dir jeden Abend drei Sachen, auf die du stolz sein kannst, wenn du auf den Tag zurückschaust. Stolz, dass du endlich dieses unangenehme Telefonat durchgezogen hast. Oder dass du es geschafft hast, was Gutes zu kochen, auch wenn es verdammt aufwendig war. Oder stolz auf den entspannten Nachmittag mit dem Kind. Solche Dinge.“

Soweit Timo. Also warum nicht heute, am vorletzten Tag im Jahr, mal überlegen: Was sind die drei Dinge, auf die ich einfach stolz sein kann?

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43611
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