SWR3 Gedanken

28DEZ2025
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Was man im Selbstverteidigungskurs alles lernt!

Ich hab erst mal geübt selbstbewusst und aufrechter zu gehen. Danach hab ich dann ein paar typische Handgriffe gelernt, und wir haben in der Gruppe geübt laut zu schreien.

Und jetzt kommt noch ein richtiger Clou aus diesem Kurs: das Nein sagen. Unser Leiter Timo hat dazu erklärt: „Überlegt mal: ein Ja, das erklärt ihr nicht. Aber ein Nein, das begründen wir fast immer. Wenn der Nachbar fragt, ob du beim Umzug hilfst, dann heißen die klassischen Antworten dazu entweder: „Ja klar.“ Oder so was wie „Leider nein, ich hab keine Zeit und außerdem hab ich Rückenschmerzen und kann nicht schwer tragen.“

Soweit erstmal das Übliche, und dann hat Timo das Ganze umgedreht und gemeint: „Stell dir vor jemand antwortet so: „Ja klar, denn ich finde es ja immer wichtig anderen zu helfen, und ich habe gerade auch noch Zeit. Und überhaupt, du hast mir ja damals auch geholfen.“ Und beim Nein wäre der Dialog: „Kannst du mir beim Umzug helfen?“ Und die Antwort: „Nein. Punkt.“

Sofort denke ich: „Naja, wenn das jeder immer so macht, dann wird unsere Gesellschaft ja noch egozentrischer, als sie eh schon ist. Es braucht doch auch Leute, die einfach anpacken, auch wenn es grade nicht so passt!“

Das sieht mir Timo wohl an, denn sofort ergänzt er: „Ich meine das nicht ego-mäßig. Mir geht es drum, dass ihr innen drin stärker werdet, wisst was ihr wollt und was nicht. Und dann klar „ ja“ sagen oder eben ein beherztes „Nein“.

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