SWR1 3vor8
In drei Tagen ist Weihnachten und das wird bei uns in ganz großer Runde gefeiert. Da muss die ganze Familie da sein, wirklich alle: alle Kinder und die Großeltern, die Geschwister und deren Kinder. Ich plane im Voraus schon lange darauf hin: Wie lang der Tisch sein muss, damit alle daran Platz haben. Wie ich ihn eindecke. Und vor allem: Wer was mitbringt, damit es ein großes Festessen wird. Das gehört einfach dazu, damit es bei uns zu Hause auch wirklich Weihnachten wird.
„Planänderung“, hat das Leben aber schon so manches Mal kurz vor Weihnachten gerufen. „Planänderung“, weil mein Neffe in einem Jahr so krank war, dass meine Schwester mit ihm Weihnachten im Krankenhaus verbringen musste. „Planänderung“, weil der Tod kurz vor Weihnachten kam und es plötzlich ohne den Vater stattfinden musste.
„Planänderung“, heißt es auch in der Bibel. Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Ich komme doch nicht. Ich schaffe es nicht.“ Paulus hatte diese Gemeinde vor ein paar Jahren gegründet, ihnen allen von Gott erzählt. Er sollte das jetzt unbedingt wieder tun. Paulus‘ Absage kommt nicht gut an bei den Korinthern. Er hatte es doch fest versprochen. Sie sind tief enttäuscht. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die Nähe Gottes zu fühlen, ohne zu erleben, wie überzeugt Paulus von seinem Glauben ist. Vielleicht ist er aber gar nicht so überzeugend, wenn er so unzuverlässig ist? „Und - vielleicht ist Gott selbst ja auch so unzuverlässig wie Paulus?“ fragen sich sogar manche. „Vielleicht sagt Gott auch erst Ja und dann doch Nein zu uns. Können wir uns überhaupt noch auf Gott verlassen?“
„Planänderung“ – Für die Menschen in Korinth ist das belastend. Und auch bei mir folgt auf jede Planänderungen kurz vor Weihnachten immer tiefe Enttäuschung. Ich hatte mir das einfach ganz anders vorgestellt. Wie soll es so denn überhaupt Weihnachten werden?
Der Apostel Paulus sagt den Korinthern: Auch wenn Menschen ihre Pläne ändern, Gott ändert seine Pläne nicht. Mit Jesus hat Gott Ja gesagt. Das nimmt er nicht zurück. (2. Korinther 1,18-22)
In drei Tagen ist Weihnachten und da feiern wir genau das. Dass Gott einen Plan hat für diese Welt und dass er ihn nicht zurücknimmt. Jesus kommt. Es wird Weihnachten, auch wenn wir kurz vor Weihnachten mit Planänderungen und Enttäuschungen zu kämpfen haben. Am Ende geschieht das Wunder und die Engel singen: „Fürchtet Euch nicht. Denn wir verkündigen Euch eine große Freude. Euch ist heute der Heiland geboren!“
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