SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

25DEZ2025
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„Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst”, so haben wir gestern, am Heiligabend, in der Kirche gesungen. Die Kinder konnten richtig mit schmettern, auch wenn die Orgel gespielt hat, ungewohnt.

Und die Erwachsenen, ziemlich textsicher, auch ohne Gesangbuch.

Ja, schön, dass Jesus geboren ist.

Aber was würden wir vermissen, wenn ER nicht auf die Welt gekommen wäre?

Die Adventszeit mit Kerzen und Plätzchen backen auf jeden Fall und die Traditionen, die jeder von uns mit Weihnachten verbindet. Adventskränze, Tannenbäume, Lametta.

Kartoffelsalat und Würstchen. Stille Nacht gäbe es nicht und kein Weihnachtsoratorium von Bach. Den Kölner Dom gäbe es nicht und nicht die Kirchen in aller Welt, keine Kapellen in Kirchwald und anderswo in der Eifel.

Was ich besonders vermissen würde, wenn Jesus nicht geboren worden wäre:

die Idee, dass alle Menschen Kinder Gottes sind und also untereinander Brüder und Schwestern. Manche denken ja, Schwarze Menschen oder Arbeitslose oder körperlich Eingeschränkte oder Geflüchtete wären zumindest weniger Wert als die anderen, aber seit Jesus wissen wir: das ist Quatsch.

Wenn Gott sich aus dem Himmel aufmacht und Mensch wird, um die menschliche Existenz mit uns zu teilen, dann werden in seinen Augen wohl die Menschen sehr viel Wert sein.

Nicht nur die Blonden mit blauen Augen, die auch, aber eben alle. Gott hier in der Welt hat einen Namen: sein Name ist ICH BIN DA. Wir können ihn in jedem anderen Menschen erkennen.

Und für die, die nicht an Gott glauben: es steht sogar im Grundgesetz: Alle Menschen sind gleich an Würde.

Deswegen singe ich Weihnachten mit Freude: „wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst.”

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43534
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