SWR3 Gedanken

20DEZ2025
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Auf der Onlineseite meiner Zeitung scrolle ich gerne durch die Rezeptvorschläge. Fast jeden Tag findet sich da irgendwas, das ich gern probieren würde. Hin und wieder fallen mir dabei Rezepte auf, die Trost versprechen. Eine „Suppe wie eine Umarmung“ heißt es dann etwa. Oder ein „Auflauf voller Wärme“. 

Essen und Trinken hält Körper und Seele zusammen. Da ist was dran. Mehr noch: Gutes Essen sorgt nicht nur dafür, dass ich nicht schlappmache. Es kann auch helfen, wenn es mir gerade richtig mies geht. Wenn ich traurig bin, niedergeschlagen. Wenn gerade alles viel zu viel wird. Ja, gerade dann ist es besonders wichtig.

Eine uralte Geschichte in der Bibel erzählt vom Propheten Elija, der völlig am Ende ist. Er verzieht sich in die Wüste, will keinen mehr sehen und hören. Ja, am liebsten würde er hier sterben. Da kommt ein Engel vorbei. Der stellt ihm frisches Brot und einen Krug Wasser hin und sagt ihm, er solle essen und trinken. „Sonst ist der Weg zu weit für dich“ (1 Kön 19,7). Elija lässt sich überreden, isst und trinkt und bekommt neuen Lebensmut.

Wenn es mir richtig mies geht, dann finde ich oft nicht mehr die Kraft, mir selbst etwas Gutes zu tun. Wie gut, wenn es dann einen menschlichen Engel gibt, der sich um mich kümmert. Der mir vielleicht einfach eine Suppe kocht, wie eine Umarmung. Und mir so hilft, neuen Lebensmut zu fassen. Es kann manchmal so einfach sein, für jemand anderen zum Engel zu werden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43522
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