SWR3 Gedanken

15DEZ2025
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Eine ältere Frau sitzt an einer Bushaltestelle. Es ist tief in der Nacht, die Temperatur knapp über Null. Die Frau zittert vor Kälte. Ein junger Mann, der noch unterwegs ist, kommt zufällig vorbei. Er bemerkt, dass hier etwas nicht stimmt. Er verständigt die Polizei, geht weiter. Doch bevor die Beamten da sind, kommt der junge Mann nochmal zurück. Das Bild der frierenden Frau hat ihm keine Ruhe gelassen. Er spricht sie an, gibt ihr sogar etwas Geld. Als die Beamten schließlich eintreffen, bringen sie die stark unterkühlte Obdachlose sofort ins nächste Krankenhaus. Der junge Mann hat ihr wahrscheinlich das Leben gerettet.

Eine kurze Meldung nur im News-Portal. Aber sie hat mich sofort an eine andere Geschichte erinnert. Die vom barmherzigen Samariter. Eine der bekanntesten in der Bibel. Da kommt ein Mann auch zufällig an einem Wildfremden vorbei, der Hilfe braucht. Er kümmert sich, legt privates Geld für ihn aus, bittet auch andere darum zu helfen. Und rettet ihm so das Leben.

Die Geschichte in der Bibel hat viele Facetten. Eine aber ist entscheidend: Der Nächste ist immer der Mensch, der gerade Hilfe braucht. Egal wie er aussieht, wie er spricht oder welche Nationalität er hat. Klingt selbstverständlich, ist es oft aber nicht.

Ob der junge Mann die Samaritergeschichte gekannt hat? Keine Ahnung. Es wäre auch nicht wichtig. Er hat gehandelt. Als Mitmensch. Und darauf kommt es an.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43517
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