SWR3 Gedanken

09JAN2026
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Mit Schwung und Elan ins neue Jahr! Zumindest sage ich mir das. Aber ich kann die Worte in meinem Innern nicht fühlen. Die Tage, die noch immer so kurz und dunkel sind, der oft bleigraue Himmel – das alles drückt mir ganz schön auf die Stimmung. Der Januar kann ein mieser Monat sein.

Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich gar nicht mehr aus meinem warmen, gemütlichen Bett herauskommen. Oder ich würde zu meiner Oma fahren, so wie früher, und bei ihr ganz viel Suppe essen.

Omas deftige Gemüsesuppe, die ist für mich etwas ganz Besonderes – sie schmeckt und fühlt sich nach Heimat an.   Nach zwei oder drei Tellern davon sind meine Hände und Füße wieder warm und ich fühle mich schläfrig. Und wünsche mir, dass es ein Suppenrezept für alle gibt, die sich gerade mutlos fühlen.

Wer davon isst, bekommt neue Energie und Zuversicht. Eine echte Hoffnungssuppe – das wär’s! Ob dann die Stimmung insgesamt positiver wäre? Ich stelle mir all diejenigen vor, deren Körper und Seele seit langer Zeit mal wieder richtig satt werden. Und wie dann wohlige Behaglichkeit einkehrt.

Nach so einem Gefühl von Ruhe und Sorglosigkeit mitten im Chaos sucht auch ein Mensch in der Bibel: Bei Gott allein wird meine Seele ruhig, von ihm kommt mir Rettung.*

Selbst wenn diese Worte nicht alles, was grau und kalt ist, wegschieben können: Meine Haltung verändert sich. Denn da ist Gott, die unerschütterliche Kraft, die mich berührt. Sie wärmt mich von innen gegen die Kälte da draußen. Eben wie eine Seelen-Suppe. Darin lässt sich bestimmt Hoffnung finden, und neuer Schwung. Auch in kalten Zeiten.

*Ps 62,6

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43512
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