SWR3 Gedanken

08JAN2026
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Selbstliebe ist wichtig. Besonders für Menschen, denen von anderen gesagt wird, dass sie so, wie sie sind, nicht richtig sind. Obwohl sie daran nichts ändern können – und auch nicht wollen. Das ist vor allem für queere Menschen immer noch bittere Realität. Leider gibt’s das auch heute noch: Christliche Kirchen und Gemeinden, in denen sie ausgegrenzt oder diskriminiert werden.

Kein Wunder also, wenn viele Queers Gott und Glaube nicht mit Selbstliebe und Akzeptanz in Verbindung bringen können. Dabei erzählt schon das alte Kirchenlied „Lobe den Herren“ genau davon. In dem Lied heißt es über Gott: „… der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?“* Immer wieder trifft mich diese Botschaft ins Herz, sie berührt meine Seele.

Gott ist ganz anders als wir. Gott lässt sich nicht von Vorurteilen blenden. Gott sieht uns, mit allem, was in uns steckt. Gott weiß, was wir brauchen, um uns ganz und heil zu fühlen. Dafür wird kein Mensch verurteilt. Die Scham und das Verstecken sollen ein Ende haben.

Ich träume von einer Kirche, in der Menschen genau so glauben und leben können. Vielleicht können die Worte aus dem Lied dann auch für andere zu einer Hoffnung werden, die bei uns in der Kirche eine Heimat zum Glauben und Vertrauen suchen. Wenn sie sich von Gott stärken lassen wollen und es (noch) nicht können.

Gott ist Liebe. Das meint sowohl die Liebe für andere als auch für sich selbst. Damit fängt alles an.

Wo Menschen einander mit Respekt und Achtung ansehen, wird ein Stück von Gottes Liebe zu uns sichtbar.
Liebe und Selbstliebe machen einen Unterschied. Und den kann man spüren.

*Evangelisches Gesangbuch (EG), Nr. 316

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43511
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