SWR3 Gedanken
Vor ein paar Jahren war ein Werbeclip eines bekannten schwedischen Möbelhauses sehr populär. Darin warfen alle möglichen Leute nach Weihnachten ihre Christbäume raus – direkt aus dem Fenster! Der Slogan lautete: „Bäumchen raus!“ Ganz offensichtlich, damit anschließend ein neues Stück aus besagtem Möbelhaus zu Hause „einziehen“ kann.
„Was für ein Quatsch!“, hab ich immer gedacht. Niemand ist so verrückt und wirft seinen Christbaum wirklich aus dem Fenster!
Aber dann, vor ein paar Tagen in meiner Straße, habe ich es gesehen: Da war ein älteres Pärchen gerade dabei, seinen Baum aus dem Haus zu werfen. Der Mann stand unten, die Frau oben am Wohnungsfenster und hat die Tanne geradewegs in den Vorgarten geworfen. Das Ganze hat ihr offensichtlich riesigen Spaß gemacht. Als der Baum fiel, hat sie gejubelt wie ein Kind. Ich war von ihrer Lebensfreude wie verzaubert. Etwas Altes loszulassen kann so guttun und befreiend sein.
Gott will uns Mut dazu machen, wenn er verspricht:Seht, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Dann denkt niemand mehr an das, was früher war.
Es ist für immer vergessen. Freut euch und jubelt ohne Ende über das, was ich jetzt erschaffe!*
Ich möchte, dass das im neuen Jahr mein Hoffnungsgedanke wird. Ich will rausgehen und schauen, wo Gottes Versprechen schon hervorlugt. Und ich werde bestimmt einige sehen, die auch gerade Platz für Neues schaffen. Frei nach dem Motto: Bäumchen raus – Zukunft rein.
*Jes 65,17-18a
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