SWR3 Gedanken

04JAN2026
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Manche Sachen passen einfach nicht zusammen. Das haben sich bestimmt auch jetzt wieder Menschen in den Weihnachtstagen gedacht. Da lief Stille Nacht, heilige Nacht im Radio, während die Kinder sich laut gestritten haben; oder da war das Gefühl von Einsamkeit, obwohl man an den Feiertagen mit Familie, Freundinnen und Freunden zusammen war. Diese Gegensätze können sehr zu Herzen gehen.

Aber es geht auch anders. Ein gutes Beispiel ist für mich die Krippe in unserer Kirche, die auch dieses Weihnachten wieder aufgebaut war.

Als ich sie vor ein paar Jahren zum ersten Mal näher angeschaut habe, war ich echt überrascht.Da hatte doch irgendein Scherzkeks zwischen dem Jesuskind, Maria, Josef, den Hirten, Sterndeutern und vielen Schafen tatsächlich die kleine Figur von Patrick, dem Seestern hineingeschmuggelt. Mit Badehose sitzt Patrick, bekannt aus der Serie SpongeBob, ganz nah beim Jesuskind.

Für einen Augenblick war ich empört: Das geht doch nicht! In einer so liebevoll gebastelten Krippe …! Doch dann wurde ich nachdenklich: Wer weiß, wer Patrick dort aus welchem Grund hingesetzt hat. Und auch, wenn einige Leute sagen würden: „Der passt da nicht rein, der stört!“, Patrick ist jetzt eben da und gehört irgendwie dazu. Mittlerweile wäre die Krippe ohne ihn für mich nicht komplett.

Und so ist es auch mit den Dingen, von denen ich mir im Rückblick wünsche, sie wären an Weihnachten anders gewesen. Manches ist nicht zu ändern und stört uns jedes Jahr wieder. Aber ich spüre in diesem Fest auch immer wieder die Kraft, das, was nicht zueinander passen will, doch zusammenzubringen. Weihnachten kann Brücken bauen. Auch weit über das Fest hinaus.Ich hoffe sehr, dass mich diese Hoffnung auch in diesen Tagen gut ins neue Jahr hineinträgt und ich die vielen Dinge, die im Leben sperrig sind, mit mehr Gelassenheit ansehen kann.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43507
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