Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

10DEZ2025
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„Herr der Töpfe und Pfannen“, bei dieser Anrede hab ich erst mal an den Chef eines Haushaltswarengeschäftes gedacht. Teresa von Avila aber, eine spanische Heilige aus dem 16. Jahrhundert, spricht in einem ihrer Gebete Gott so an: „Herr der Töpfe und Pfannen“ Sie ist einfach fest davon überzeugt: Gott ist auch in ihrer Küche. Er sieht sie, wenn sie Töpfe und Pfannen schrubbt und er würdigt das.

Für Teresa ist Gott nicht nur der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde, sondern auch der Herr der Töpfe und Pfannen. Gott ist auch im Kleinen und vor allem bei den Kleinen und Unscheinbaren. Passt ja auch zu ihm, denn in Jesus ist er selbst klein und unscheinbar geworden. Das ist ja das Verrückte an der christlichen Botschaft. Sie stellt die Welt auf den Kopf, sie ver-rückt sie. Gott, der Große und Allmächtige wird klein. Klein wie ein Kind, ein Kind einfacher Eltern aus einem unbedeutenden Dorf namens Nazareth. 

Für mich heißt das: Wenn nun selbst Gott, der Allmächtige, die Kleinen und Unscheinbaren schätzt, dann sollte ich das auch tun. Die schätzen und ihr Tun würdigen, die die Töpfe und Pfannen schrubben, die Straßen kehren, den Müll entsorgen und die Büros putzen. Die, die in keiner Schlagzeile vorkommen. Bei ihnen ist Gott. Das ist gut für die Kleinen. Er gibt ihnen Ansehen und Größe.

Aber was ist mit den Großen? Nun, die können es machen wie Gott, sie können freiwillig klein werden. Mal die Töpfe und Pfannen schrubben, ohne Aufhebens den Hof fegen und die Klos saubermachen. Ich glaube, Gott würde sich darüber freuen.

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