SWR4 Abendgedanken

05DEZ2025
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Meine Freundin Carlotta engagiert sich ehrenamtlich beim Kirchenasyl. Sie begleitet Frauen, Männer oder ganze Familien, die davon bedroht sind abgeschoben zu werden und die deshalb in kirchlichen Räumen Schutz suchen. Gerade hat eine junge Frau bei ihnen im Kirchenasyl einen Platz gefunden. Gemeinsam mit anderen kümmert Carlotta sich nun darum, dass die junge Frau genug zu essen hat, Kleidung bekommt und dass all die bürokratischen Fragen geklärt werden. Doch vor allem machen Carlotta und die anderen eines: Sie schenken Zeit. Sie bieten der jungen Frau ein offenes Ohr in einer Situation, die mit ganz vielen Sorgen und Unsicherheiten verbunden ist.

Heute ist Carlottas Tag, denn es ist Tag des Ehrenamtes. Und sie ist dabei nicht alleine. Jahr für Jahr engagieren sich in Deutschland knapp dreißig Millionen Menschen ehrenamtlich. Ich habe Carlotta gefragt: „Warum schaufelst du dir neben deinem Beruf und deinen ganzen anderen Verpflichtungen auch noch Zeit für ein Ehrenamt frei?“ Sie meint dazu: „Weil ich ganz konkret helfen kann und wegen der Gemeinschaft.“ Denn die Gruppe mit der sie zusammen beim Kirchenasyl arbeitet, ist zu einem richtigen Team zusammengewachsen, sogar Freundschaften sind daraus entstanden.

Zusammen etwas anpacken. Das ist eine Motivation, die nicht nur für Carlottas Ehrenamt gilt, sondern auch, wenn man Schiedsrichterin im Sportverein ist, die Noten vom Chor in Ordnung hält, oder Kindern mit den Hausaufgaben hilft. Überall dort erfahren Menschen, dass sie konkret etwas bewirken können und dass sie Teil von etwas Größerem sind. Ehrenamt tut im besten Fall nicht nur den Menschen gut, für die man sich engagiert, sondern auch den Ehrenamtlichen selbst. Es ist eine echte Win-Win-Situation und davon profitiert letztlich die ganze Gesellschaft. Denn ohne die Millionen Freiwilligen würde vieles bei uns schlicht nicht funktionieren.

Mich beeindrucken Carlotta und alle die anderen tatkräftigen Menschen, die sich in ihrem Ehrenamt für ein gutes Miteinander, für die Zukunft oder für politische Veränderungen einsetzen. Oft genug bleibt ihre Arbeit ungesehen und manchmal kann so ein Ehrenamt ja auch anstrengend sein. Deshalb ist es umso wichtiger an einem Tag wie heute Danke zu sagen.
Danke für die Arbeit, für das Herzblut und für all die geschenkte Zeit.

Vielleicht sitzt Carlotta heute Abend wieder mit einer Tasse Tee bei der jungen Frau und hört zu. Solche Momente schaffen es nicht auf die große Leinwand oder in irgendwelche wichtigen Statistiken. Aber sie tragen unsere Gesell

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43407
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