SWR4 Abendgedanken

04DEZ2025
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Das, was man tut und, was man mit seinen eigenen Gedanken entwirft oder bewirkt, kann so wichtig sein! Auch wenn man es selbst gar nicht bemerkt, oder unterschätzt. Im Leben des Sängers Sixto Rodriguez war das so.

Sixto Rodriguez wird 1942 in Detroit, in den USA geboren. Mit knapp 30 Jahren nimmt er zwei Musikalben auf. Sein Stil passt perfekt zum Zeitgeist der 68er-Bewegung. Rodriguez singt in seinen Liedern über die Armut und korrupte Politik im damaligen Amerika. Seine Aussicht auf Erfolg ist riesig und von seinen Produzenten wird er fast schon als der neue Bob Dylan gehandelt. Aber dann kommt die große Enttäuschung. Rodriguez Platten verkaufen sich überhaupt nicht und der Ruhm bleibt aus. Anstatt der großen Karriere muss Sixto sich einen Job auf dem Bau suchen und bleibt dort auch sein Leben lang.

Bis hierhin klingt das alles erstmal nicht danach, dass Rodriguez mit seiner Schaffenskraft viel bewirkt hat. Aber am Ende war es doch so.  Denn seine Lieder werden im weit entfernten Südafrika zu Mega-Hits und er zum Superstar. Seine Texte treffen einen Nerv, denn dort herrscht seit Jahrzehnten eine diktatorische Regierung. Rodriguez Lieder werden zu Hymnen der Anti-Apartheits-Bewegung, und er selbst bekommt nichts davon mit.

Jahrzehnte später machen sich dann aber zwei Fans auf die Suche nach ihrem Star. Sie wollen erst einmal wissen, ob er noch lebt. Und sie finden Rodriguez. Er lebt immer noch ganz bescheiden in Detroit. Die Fans freuen sich riesig und Sixto kann seinen unverhofften Ruhm nicht fassen.  

Das Leben von Rodriguez hat mir bewusst gemacht: Keine meiner Handlungen bleibt wirkungslos, auch wenn ich es selbst nicht immer bemerke. Selbst die kleinste Geste kann etwas in Bewegung setzen, kann Wärme ausstrahlen, Hoffnung geben oder ein bisschen mutiger machen. Und ich weiß selbst, wie gut das tun kann, was andere bewirken. Als mein Lehrer mir vor meiner Abi-Prüfung nochmal lächelnd zugenickt hat, daran erinnere ich mich. Und es hat mir so gutgetan.

Es sind manchmal gar nicht die großen Taten oder gewichtigen Worte, die zählen. Beim Sänger Rodriguez waren es seine Lieder, die unbemerkt viel bewirkt haben. Und auch wenn ich keine Sängerin bin, will ich vom Besten ausgehen. Ich will auch für mein eigenes Leben hoffen, dass kleine Schritte Großes bewegen könne

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43406
weiterlesen...