Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

29NOV2025
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Heute schon an Dreikönig denken? Gar nicht so abwegig. Der Adventskalender „Der Andere Advent“ macht das in diesem Jahr auch. Unter dem Motto: „Und sie holten ihre Schätze hervor“ gibt es Texte, die mich auffordern nachzudenken oder die mich zum Schmunzeln bringen.
„Und sie holten ihre Schätze hervor“ – das ist ein Zitat aus der Weihnachtsgeschichte. Gemeint sind die Weisen aus dem Morgenland, die zu Jesus kommen und ihm Geschenke mitbringen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Nicht gerade typische Geschenke für ein Neugeborenes, aber Geschenke mit Bedeutung.

Gold ist wertvoll. Ein kostbares Geschenk für einen König. Mit dem Gold sagen die Weisen: du, Jesus, bist das Kostbarste und Wertvollste, das es für uns auf Erden gibt.
Weihrauch duftet kräftig, wenn man es verbrennt. Man verwendet Weihrauch vor allem bei Gottesdiensten. Es verbindet die Erde mit dem Himmel und trägt die Gebete der Betenden zu Gott. Vom Weihrauch gehen auch heilende Kräfte aus, so wie von Jesus, der Menschen geheilt hat.
Und dann ist da noch die Myrrhe. Das ist ein Harz, das man in das Öl für die Totensalbung gemischt hat. Es deutet darauf hin, dass es auch herbe, bittere Erfahrungen im Leben gibt, und es erinnert daran, dass alle Menschen, auch das Jesus-Kind, irgendwann sterben werden. Aber auch, dass wir selbst im Tod bei Gott aufgehoben sind.

Die Macherinnen und Macher des Adventskalenders haben sich davon inspirieren lassen und fragen: „Was sind eigentlich unsere Schätze?“ Und die Chefredakteurin Iris Macke ermuntert dazu, „mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und so zu entdecken, wie viel Schönes es darin gibt.“

Dieser Schatzsuche schließe ich mich gerne an. Ich möchte aufmerksam sein für die kostbaren Dinge, die, wie Gold, Glanz in meinen Alltag bringen. Das kann manchmal nur eine Liedzeile sein, die mich tröstet.
Heilsam, wie Weihrauch, ist es für mich, wenn ich es schaffe, am Tag einen Moment bewusst innezuhalten und zu beten. Dann bekommt manches, was erdenschwer ist, eine himmlische Leichtigkeit an die Seite.
Und beschenkt werde ich, wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt. Selbst dann, wenn es bittere Erfahrungen, Myrrhe-Erfahrungen, sind. So wie neulich Petra, die mir von der Freundin ihres Sohnes erzählt hat, die sich mit dem Leben so schwertut und es an manchen Tagen nicht aus dem Bett schafft.

Gold, Weihrauch und Myrrhe – Schätze, die ich auch heute entdecken kann. Und ich bin gespannt, welche ich bis Weihnachten finden werde.

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