Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

25NOV2025
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Ab und zu bin ich vormittags bei meiner Nachbarin auf einen Espresso. Wir sprechen miteinander, was uns den Tag über so erwartet, wir lachen auch über manches und nach einer Viertelstunde geht jeder wieder an sein Tagewerk.

Die Begegnungen mitten im Alltag sind mir wichtig geworden. Ich freue mich, kleine Pausen einzulegen und mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. So wie mit meiner Nachbarin. Mir ist das wichtig und es tut mir gut.

Einmal hat mir meine Nachbarin eine Karte in die Hand gedrückt, als ich gegangen bin. „Wie schön, dass wir gleichzeitig leben“, war darauf zu lesen. Mit der Karte wollte meine Nachbarin mir sagen: Die vermeintlich einfachen und kleinen Dinge im Leben, die Begegnungen und Gespräche, sind nicht selbstverständlich. Sie machen jeden Tag zu einem ganz besonderen.

Dass es diese lieben Mitmenschen genau hier und jetzt an meiner Seite gibt, ist eben nicht selbstverständlich. Die könnten auch ganz woanders leben oder zu einer anderen Zeit. Dann hätte ich sie nie kennengelernt. Das wahrzunehmen war ein neuer Aspekt für mich.

Und irgendwie erkenne ich darin auch die Handschrift Gottes, der vieles so zusammenfügt, dass es am Ende passt. Ich glaube daran, dass es eben kein Zufall ist, dass Menschen in Beziehung miteinander sind. Und dass sie sich zur selben Zeit und am selben Ort begegnen. Dafür bin ich dankbar.

Die Karte erinnert mich auch heute Morgen daran, immer mal wieder zu danken: Gott, der alles zusammenfügt. Aber ganz konkret auch einem lieben Menschen heute zu sagen: „Wie schön, dass wir gleichzeitig leben“.

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