SWR3 Worte
Viele Menschen kommen heute ohne Religion zurecht. Der Soziologe Hartmut Rosa ist trotzdem der Überzeugung, dass die Gesellschaft Religion braucht. Über den christlichen Glauben sagt er:
„Für mich ist die Grundidee dort, dass am Grund meiner Existenz nicht das schweigende Universum, ein kalter Mechanismus, der nackte Zufall oder gar ein feindliches Gegenüber steht, sondern das dort eine Antwortbeziehung steht. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ […] Etwas hat mich angerufen und mich gemeint. […] Religion hat die Kraft, sie hat ein Ideenreservoir und ein rituelles Arsenal voller entsprechender Lieder, […] Gesten, […] Räume, […] Traditionen und […] Praktiken, die einen Sinn dafür öffnen, was es heißt, sich anrufen zu lassen, sich transformieren zu lassen, in Resonanz zu stehen. Wenn die Gesellschaft das verliert, wenn sie diese Form der Beziehungsmöglichkeit vergisst, dann ist sie endgültig erledigt.“
Rosa Hartmut, Demokratie braucht Religion. Mit einem Vorwort von Gregor Gysi
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