SWR3 Worte
Jemanden mit einer anderen Meinung zu verachten, für dumm zu halten oder für schwach – das ist in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen schon fast zu einer akzeptierten Grundhaltung geworden. Der berühmte Theologe Dietrich Bonhoeffer fand, dass es helfen würde, das Gegenüber erst einmal kennen und verstehen zu lernen. Er schreibt:
Wer einen Menschen verachtet, wird niemals etwas aus ihm machen können.[…]. Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen. Das einzig fruchtbare Verhältnis zu den Menschen – gerade zu den Schwachen – ist Liebe, d. h. der Wille, mit ihnen Gemeinschaft zu halten. Gott selbst hat die Menschen nicht verachtet, sondern ist Mensch geworden um der Menschen willen.
Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, DBW Band 8
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