SWR3 Gedanken
Jetzt nur noch ein kurzer Abstecher ins Möbelhaus, erst eine neue Pfanne besorgen und dann noch schnell was Essen. Aber mein Plan geht leider nicht auf. Denn die Schlange am Buffet ist zehn Meter lang, und dann auch noch das: Zwei ältere Herren, rustikal und mit breitem Dialekt, drängeln sich dreist an der Absperrung vorbei.
Ich bin sofort auf 180. Kennt man ja: Der Puls geht hoch und es brodelt in einem. Aber „Wozu?“
Ich lass mir von denen nicht meine gute Laune verderben. So wie bei meiner neuen Pfanne lass ich das an mir abprallen. Die hat eine super Anti-Haft-Beschichtung. Nichts bleibt kleben, nichts brennt an. Genau das kann ich auch gut gebrauchen. Sozusagen als innere „Anti-Hass-Beschichtung“. Denn diese kleinen und großen Reizmomente gibt’s doch ständig.
Wenn ich alles an mich ranlasse, brennt’s irgendwann an. Da wird der Tonfall aggressiv und ich koche über. Aber ich kann mir auch angewöhnen Abstand zu halten, ruhig zu bleiben, erstmal durchzuatmen.
Natürlich müssen Dinge auch mal hochkochen und wenn das Fass überläuft, dann läuft es über. Dann muss ich mich aufregen, aber bitte nicht immer.
Manchmal hilft vielleicht so eine „Anti-Hass-Beschichtung“. Für die vielen Momente, in denen das Leben zu schade ist, um sich jetzt aufzuregen.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=43166