SWR3 Gedanken

21OKT2025
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Mit jeder Fahrt wird’s klarer: Die Bremsen sind durch und mein Auto muss in die Werkstatt. Wie mich das nervt. Ständig ist was: Bremsen, Öl, Reifen. Und als wären neue Bremsen nicht schon teuer genug, ruft die Werkstatt an und sagt: „Übrigens – hinten rechts haben Sie einen Nagel im Reifen. Das muss unbedingt gemacht werden.“ Na super. Aber wenigstens hat sich der Werkstattbesuch gleich doppelt gelohnt.

Mit mir selber ist das nicht viel anders, ich brauche auch ab und zu einen Check. Körperlich und seelisch. Der Haken ist nur: Bei voller Fahrt merk ich oft gar nicht, dass was nicht stimmt. Zum Beispiel wenn ich unzufrieden bin, aber nicht sagen kann woran es liegt. Dafür muss ich anhalten.

Ich habe mir zu Hause meine eigene kleine Werkstatt eingerichtet, nicht für mein Auto, sondern für mich. Im Regal stehen eine Kerze und ein Kreuz.

Da kann ich runterkommen und mich fragen, was gerade rund läuft und was nicht. Ich kann überlegen mit wem ich Streit habe und was mich drückt. Und wie geht’s eigentlich meinem Körper? Alles was mir einfällt, leg ich quasi auf die Hebebühne, und Gott ist dann mein Mechaniker. Er hilft mir, dass mein Leben läuft, er tauscht Verschleißteile und poliert Lebenskratzer. Manchmal drückt er mir auch selbst das Werkzeug in die Hand. Denn Beziehungen flicken oder neue Scheinwerfer einbauen, bei so was muss ich schon selbst mit anpacken. Und das Beste: Im Gegensatz zur Autowerkstatt - kostet es mich nicht einen Cent.

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