SWR3 Gedanken

19OKT2025
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Ein Freund hat zu mir gemeint: „Du musst unbedingt deinen Stromanbieter wechseln!“ Erst hab ich die Augen verdreht, aber dann hab ich festgestellt: Ich bezahle viel zu viel! Ich hab direkt bei meinem Anbieter nachgehakt, aber der Kundenservice war so mies, dass ich sofort gekündigt habe. Jetzt habe ich einen neuen Vertrag: besserer Service, weniger Kosten. Der Strom kommt natürlich immer noch ganz normal aus der Steckdose, aber es fühlt sich besser an.

Mit Gott ist das ähnlich. Egal, ob ich ihn bewusst wahrnehme oder nicht: er ist da. So wie Strom: still und unauffällig. Und ohne ihn geht’s nicht. Nur wie ich mich mit ihm verbinde, das kann sich ändern.  Die Frage ist, welcher Anbieter passt am besten zu mir: Der klassische Sonntagsgottesdienst morgens um zehn, das christliche Popkonzert mit großer Bühne und elektronischen Beats oder doch lieber die meditative Yogasession, die im Nachbarort angeboten wird.

Mein Leben verändert sich, da ist es logisch, dass irgendwann das ein oder andere Angebot nicht mehr passt. Anstatt Gott gleich ganz abzuschalten, kann ich es mit einem neuen Zugang versuchen. Denn auch wenn ich Gott nicht direkt sehe oder spüre, für mich ist er da.

Und ganz ehrlich: ein Leben ohne Gott, ist für mich genauso unvorstellbar wie eins ohne Strom.

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