Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

25OKT2025
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Heute Morgen hat Olli noch zweimal die Schlummertaste gedrückt. Erst dann ist er aufgestanden und ins Bad geschlurft. Jetzt sitzt er am Küchentisch, die Kaffeetasse in der einen Hand und sein Handy in der anderen. Normalerweise würde er jetzt Zeitung lesen. Aber Olli zögert kurz und öffnet stattdessen lieber ein Spiel auf dem Handy.

Er kann sich das einfach nicht mehr geben, jeden Morgen diese Nachrichten. Jeden Morgen Krieg und Leid und Streit, jeden Morgen die Probleme dieser Welt in seiner Hand, in seinem Kopf, in seinem Herzen. „Das tut mir echt nicht gut“, denkt Olli. Lieber ein bisschen am Handy daddeln zur Ablenkung.

Aber das fühlt sich auch nicht richtig an. Denn die Probleme dieser Welt sind ja trotzdem da – und einfach wegschauen und so tun, als würde es einen nichts angehen, das entspricht eigentlich nicht Ollis Einstellung.

Ich glaube, es geht vielen so wie Olli. Mir auch. Ich kann es nur schwer aushalten, was alles gerade nicht gut ist. Ich könnte mir ununterbrochen Sorgen machen um alles mögliche, was in die falsche Richtung läuft, und was so schwer zu ändern ist. Das kann einen richtig runterziehen.

Ich finde es wichtig, die Augen nicht zu verschließen. Aber genauso wichtig ist es, sich selbst vor Hoffnungslosigkeit und Resignation zu schützen. Denn davon wird die Welt auch nicht besser. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Ich kann den Nachrichtenkonsum einschränken und sagen: Ich muss nicht immer online sein. Es reicht, einmal am Tag die Nachrichten zu hören.

Es gibt auch eine Internetseite, auf der die guten Nachrichten des Tages zusammengestellt werden. Sie heißt „Good News“, und es gibt sie auch als App.

Die gefällt mir. Denn es gibt beides in dieser Welt. Das, was mich traurig und verzweifelt macht. Und das, was mir Mut macht, was Probleme löst und Dinge besser macht. Ich habe immer die Wahl und kann entscheiden, worauf ich  schaue. Und kann bewusst nach dem Ausschau halten, was mir Hoffnung gibt.

In der Bibel steht: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“. Und ich glaube, das fängt in unseren Köpfen an.  

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43146
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