SWR3 Gedanken
Die Schule nach der Schule – Efterskolen: So nennt man Internate in Dänemark für 14- bis 18-Jährige. Dort dürfen Jugendliche, bevor sie die Schule verlassen, nochmal lernen – und zwar diesmal WIRKLICH fürs Leben. Die Efterskolen setzen nicht nur auf Noten, sondern auf Persönlichkeit. Ihnen geht’s darum, dass die Jugendlichen selbstbewusst und verantwortungsvoll ins Berufsleben starten können; indem sie sich selbst besser kennenlernen und so vorbereitet werden auf alles, was man fürs Leben braucht. Ich finde das großartig.
Denn genau das fehlt oft bei uns. Ich sehe es jeden Tag an meiner Schule: Viele Kolleginnen und Kollegen kämpfen bereits täglich dafür, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit sich selbst klarzukommen, Verantwortung zu übernehmen, mutig zu sein. Aber der Alltag ist hart. Die Bildungspläne, der Notendruck, die Prüfungen – all das stresst Lehrkräfte UND unsere Schülerinnen und Schüler. Und häufig steckt die Wurzel des Problems viel tiefer: In unserer Gesellschaft zählt zu oft Leistung mehr als Menschlichkeit.
Die Efterskolen zeigen, wie anders es gehen kann. Sie geben Jugendlichen Raum, Entscheidungen zu treffen, Grenzen auszuprobieren, Fehler zu machen – und zeigen damit: Scheitern ist nicht das Ende, sondern Teil des Lebens.
Als Christin motiviert mich das besonders. Ich glaube daran, dass jeder Mensch wertvoll ist und wir Verantwortung füreinander übernehmen. Wie gerne würde ich unseren Kindern und Jugendlichen diesen Raum eröffnen, in dem sie lernen: Ich bin mehr und ich kann mehr, als ich dachte.
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