SWR3 Gedanken

04OKT2025
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„Mama, im Himmel ist es friedlich. Und niemand schimpft da mit einem.“ Hat die kleine Tochter einer Freundin plötzlich mal mit großer Überzeugung gesagt. Ihre Mutter war erstaunt, woher sie das hatte, die Tochter sagte einfach: „Aber Mama, das weiß man doch.“

Daran muss ich immer wieder denken. Was für eine schöne Vorstellung vom Himmel. Und was für ein tiefes Vertrauen, dass es dort eben einfach so ist. Im Himmel ist es friedlich, und es gibt keinen Streit, keine bösen Worte, kein Geschimpfe. Das braucht es nicht nur im Himmel, sondern auch auf der Erde!

Den Himmel auf Erden anzetteln – das hat der Schweizer Theologe Kurt Marti vor vielen Jahren schon geschrieben. Und die alten Worte sind immer noch ein guter Plan auch für heute, finde ich. Den Himmel auf Erden anzetteln – also fast schon revoluzzerisch endlich mit noch mehr Nachdruck dafür zu sorgen, dass auch auf der Erde, hier bei uns und jetzt, Frieden herrscht. Dass wir Menschen friedlich miteinander umgehen, und niemand schimpft – oder vielmehr böse, verachtende Worte und Hate-Speech raushaut, ohne Respekt und Rücksicht aufeinander. Den Himmel anzetteln – jeden Tag neu in meinem direkten Umfeld, aber auch im Großen – raus auf die Straße, es ist Zeit, Gesicht zeigen, mit Mut und dem Vertrauen, dass es gemeinsam gelingen kann… den Himmel auf Erden anzuzetteln! Dafür braucht es Ideen – und tiefe Überzeugungen - so wie die der kleinen Tochter. Vielleicht habt Ihr noch weitere Himmelsüberzeugungen? Raus damit! Denn ohne Hoffnung und Ideen und Überzeugung hat der Himmel auf Erden keine Chance.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43026
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