SWR3 Gedanken

01OKT2025
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Zu allem Ja und Amen sagen… das ist irgendwie so eine merkwürdige Redewendung geworden. Ich kriege da jedes Mal die Motten, wenn ich das höre. Das Amen aus der Kirche, das kennen viele – wörtlich bedeutet es soviel wie „So sei es“.

Bekräftig wird damit ein Gebet, ein Glaubensbekenntnis, oder eine Bitte an Gott – Wir bitten Dich, sei Du bei uns, Gott! Amen. Ist sowas wie eine Verstärkung, die das, was gesagt oder gebetet wird, noch einmal bekräftigt. Für mich auch immer wieder ein Ausdruck des Vertrauens – ja, das wird! So soll es sein! Die Redewendung „Ja und Amen“ aber, das hört sich vielmehr nach einem resignierten Abnicken an. Ach ja, dann eben so… Und ich finde, das ist so gar nicht das, was es heute braucht!

Ich will auf jeden Fall nicht „Ja und Amen“ sagen zu manchen Entwicklungen, die man gerade beobachten kann. Ich sag nicht einfach „Ja und Amen“ dazu, dass die Rechten auf dem Vormarsch sind. Von mir gibt’s kein „Ja und Amen“ für eine menschenverachtende Gesellschaft – ohne mich! Nicht für eine Welt, in der Krieg und Gewalt zur Normalität werden – Nein, auf keinen Fall! Nicht nur als Christin finde ich: All das darf nicht hingenommen werden und eben einfach so sein.

Es ist vielmehr Zeit was zu ändern – vielleicht auch alte, eingeschliffene Redewendungen. Nicht Ja und Amen. Sondern, auch ganz im Vertrauen auf Gott, mindestens ein Nein - und Amen! Bestimmt und definitiv – so ist mein Nein und Amen. Oder vielmehr noch ein „Ohne mich – und Amen!“ So sei es!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43023
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