SWR3 Gedanken
Liebe ist so unterschiedlich. Von schnulzig über traditionell über total unkonventionell: Die eine mag es gerne romantische, rosig, voller Herzen, und mit tiefgehenden Liebesbotschaften. Der andere findet das, was wir fast alle suchen, in Beständigkeit, in zurückhaltender Zuneigung und ruhigem füreinander da sein. Und wieder andere kommen nur dann wirklich im Leben an, wenn alles anders ist und bloß nicht klassisch, auch in der Liebe.
Jeder Mensch sehnt sich nach Liebe. So unterschiedlich dieses Liebesbedürfnis auch sein mag. Keiner kommt ohne Liebe aus. Liebe – etwas kühn formuliert: das ist das Grundprinzip der Welt. Ohne sie fehlt uns etwas. Jeder und jede braucht sie – um zu wachsen, um der Welt gestärkt begegnen zu können. Da, wo Liebe ist, da begegnen sich buchstäblich Himmel und Erde. Dafür gibt es auch Hinweise in der Bibel. Im Johannesbrief finden sich die Worte: „Wir lieben, weil er, Gott, uns zuerst geliebt hat“. Gottes Liebe liegt so unserer Liebe zu Grunde – der freundschaftlichen, der glühenden romantischen, der zurückhaltenden und ruhigen Liebe. Sie hat ihren Ursprung auch in Gott. Und ich bin überzeugt und finde: In aller Liebe, die wir fühlen und weitergeben, steckt auch etwas von Gottes Liebe drin. Zu erfahren, wie es sich anfühlt, von einem anderen Menschen geliebt zu werden, und was für ein Gefühl es ist, selber richtig zu lieben, das wünsche ich jeder und jedem. Und da, wo es gerade nicht so ist, stärkt vielleicht eben dieser Gedanke: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.
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