SWR3 Worte

28SEP2025
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Viele Menschen kennen das: am Sonntagabend macht sich ein merkwürdiges mulmiges Gefühl breit. Über dieses Gefühl und wie sie versucht damit umzugehen, darüber schreibt die Theologin Sabrina Wilkenshof: 

Sonntagabend. Morgen ist Montag. Und ich habe nicht alles erledigt und geordnet in meinem Leben. Nicht alles gelöst, nicht alles gekonnt. Zu wenig gelacht. Es soll Samstagmorgen sein und alles wieder möglich, sogar Laugenknoten mit Erdbeermarmelade. Eigentlich ist das Leben immer so, dass Sonntagabend ist und nicht alles so, wie ich dachte, dass es sein sollte. Hört das eigentlich irgendwann auf? Dass man dem Leben hinterherrennt, als ob es nur Sonntagabende gäbe und keinen Freitagabend oder Samstagmorgen mehr? Doch, ich weiß ja, dass es aufhören kann. Wenn morgen nur Morgen ist und nicht der Tag, an dem ich mein Leben im Griff haben muss, ein für alle Mal. Ein für alle Mal ist nämlich Unsinn. Ein für ein Mal muss es heißen. Der morgige Tag soll für das Seine sorgen.“

Sabrina Wilkenshof: Wie man den Staub von der Hoffnung putzt. Alte Feiertage in neuem Glanz.

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