SWR3 Gedanken
Tadej Pogacar – so heißt der Gesamtsieger der Tour de France in diesem Jahr. So viel hab ich mitbekommen, obwohl ich mich im Radsport eigentlich so gar nicht auskenne. Aber die Bilder der Sieger auf dem Podest; an denen komme selbst ich nicht vorbei. Für mich als Radsportlaiin sieht das so aus, als wäre Pogacar also dieser krasse Sportler, der schneller ist als jeder andere. Stimmt ja auch. Aber was ich bisher nicht wusste, ist, wie wichtig die Teams im Radsport sind. Da gibt es nämlich verschiedene Rollen: den Kapitän, die Sprinter oder die Helfer. Die Helfer sorgen dafür, dass der mit den größten Siegchancen gewinnen kann. Indem sie ihn zum Beispiel in ihrem Windschatten fahren lassen. So kann er Kraft sparen, um später nochmal anzugreifen. Die Helfer verzichten damit selbst auf einen besseren Ranglistenplatz; nur um ihren Kollegen mit den besten Siegchancen zu unterstützen. Ich bin sicher, dass es im Profiradsport dafür einen finanziellen Trost gibt. Aber den Gedanken finde ich trotzdem schön: Dass der Erfolg des Teams über dem eigenen steht. Und das ist ja nicht nur im Radsport so. Bei meiner Arbeit zum Beispiel. Da planen wir oft als Team wochenlang eine Veranstaltung – und am Ende steht nur einer vorne, moderiert das Ding und erntet den Applaus. Trotzdem ist das für alle ok. Weil jeder seine persönlichen Stärken einbringt. Gemeinsam schaffen wir etwas, das größer ist, als alles, was ich alleine schaffen würde. In einem guten Team ist es dann auch ok, nicht im Rampenlicht zu stehen. Weil trotzdem klar ist: Alle gehören dazu. Und es kommt auf jeden einzelnen an.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=42985