Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Die Welt ist voller wunderbarer Dinge! Das erleb ich besonders, wenn ich mit Kindern unterwegs bin. In den Sommerferien hab ich einen Tag mit meiner Nichte Paula verbracht, sie ist neun Jahre alt. Es war ein heißer Tag, und wir sind zum Spaziergehen und Geocachen in den Wald gegangen. Geocachen ist so eine Art weltweite Schnitzeljagd, man sucht mit GPS-Daten nach versteckten Dosen. Paula und ich hatten dabei viel Spaß. Und wir sind im Wald immer wieder ins Staunen gekommen. Sie meistens ein bisschen früher als ich.
Plötzlich bleibt sie zum Beispiel stehn und sagt: guck mal, Beate! Auf dem Waldboden tanzt ein Lichtfleck. Durch all die dicken Äste und dichten grünen Zweige über uns hat es die Sonne an dieser Stelle hinunter bis auf die Erde geschafft. Der tanzende Lichtfleck sieht an sich schon toll aus. Und dann hält Paula noch ihre Hände ins Licht und lässt sie mittanzen, formt Tierköpfe mit Maul und Ohren aus ihren Händen. Ich find das wunderbar und staune. Immer wieder stoppen wir an diesem Sommertag im Wald und Paula sagt: guck mal! Sie hat einfach den besseren Blick für Dinge, die uns ins Staunen bringen.
Auch mit anderen Kindern hab ich das erlebt: Meistens sehen ihre Augen besser, wo unsere Welt zum Staunen ist. Oder wo es sich in dieser Welt wunderbar spielen lässt. Vielleicht, weil sie mehr Zeit haben für die Welt und die Wunder darin. Sie rennen noch nicht gehetzt von A nach B, wie wir Erwachsene, sondern schauen sich die Dinge am Wegesrand genauer an.
„Werdet wie die Kinder!“ hat Jesus einmal gesagt. Und vielleicht hat er auch das damit gemeint: Staunt wie die Kinder! Schaut euch die Welt und die Schöpfung mit Kinderaugen an, das leuchtende Grün und die tanzenden Sonnenflecken im Wald! Heute, am Weltkindertag, will ich mich davon inspirieren lassen. Und ein bisschen mehr ins Staunen kommen über unsere Welt!
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