SWR4 Abendgedanken

17SEP2025
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Seite für Seite blättere ich durch mein erstes Fotoalbum. Meine Eltern haben es für mich gestaltet und es zeigt grob mein gesamtes erstes Lebensjahr: Es beginnt bei meiner Geburt, zeigt erste Entdeckungen in der Welt und Bilder von meiner Taufe… Daneben ist meine Taufpredigt eingeklebt.

Als Teenagerin habe ich auch mal durch dieses Album geblättert Ich erinnere mich noch sehr gut daran. Und ich war damals sehr erstaunt, als ich dort meinen Taufspruch las: „Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Bis dahin war mir nicht klar, dass ausgerechnet dieser Vers aus der Bibel mein Taufspruch ist.

Ich habe mich gefreut, denn dieser Bibelspruch gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten aus der Bibel. Schon als Teenie habe ich mich gefragt, ob das Zufall ist. Ich weiß es nicht. Für mich ist es schlicht eine gute Fügung, dass, mir mein Taufspruch so gut gefällt. Er begleitet mich bis heute:

Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Für mich heißt das: immer, wenn ich liebe, ist Gott mit mir verbunden, denn Gott ist die Liebe. Ist. Kein „könnte sein“ oder „teilweise“, sondern schlicht und klar: er ist Liebe. Gott verkörpert selbst die Liebe. Er legt damit die Grundlage dafür, dass wir Menschen uns gegenseitig lieben können. Dadurch verbindet er uns Menschen miteinander.

Und mehr noch: aus der Liebe zweier Menschen kann neues Leben entstehen. Das ist ein Wunder. Ein Geschenk Gottes.

Für mich heißt das: Wir Menschen sind also „Handlanger und Multiplikatoren, Umsetzer und Transformatoren der Liebe Gottes.“ Und zwar unabhängig davon, ob wir Kinder haben oder nicht. Lieben kann schließlich jede und jeder. Alt und Jung. Menschen, die selber Kinder haben oder Menschen, die keine Kinder haben.

Mir gefällt das. Denn immer, wenn ich einen anderen Menschen liebe, begegnet mir dabei Gott. Auf ganz wundersame Weise. Tolle Begegnungen können daraus entstehen. Ich finde, da lohnt es sich gleich doppelt, zu lieben und respektvoll miteinander umzugehen.

Mareike Nix, Leinfelden-Echterdingen, Evangelisch-methodistische Kirche

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42918
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