SWR4 Abendgedanken
Mir fällt es aktuell schwer die Nachrichten zu verfolgen. Egal, auf welchem Sender, ob im Fernsehen, im Radio oder in der Zeitung: überall sind die zentralen Themen der Nachrichten momentan: Krieg, Aufrüstung oder die Einweihung neuer Standorte für Kriegsmaschinerie. Mich verunsichert und ängstigt das. Krieg will keiner und doch wird aufgerüstet – auch in Deutschland.
„Wir rüsten nur zur Abschreckung auf.“ Das sagen die Verantwortlichen in Politik zu ihrer Verteidigung für diese Maßnahmen. Aufrüstung zur Abschreckung? Das soll funktionieren? Ich glaube das nicht. Gerade als Christin will ich mich für den Frieden einsetzen und nicht für Aufrüstung. Oder wie sagte Margot Käßmann einmal trefflich: „Mir ist kein Krieg bekannt, der durch mehr Waffenlieferungen gestoppt wurde.“
Mir auch nicht und deshalb setze ich lieber auf andere Hilfe: auf Gott. So wie es der Psalmbeter in Psalm 46 tut, wenn er betet: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke.“
Vielleicht klingt das utopisch oder zu blauäugig, auf Gott zu setzen. Aber ich bin überzeugt, dass wir Menschen andere Wege wagen müssen, um Frieden in die Welt zu bringen. Warum also nicht auf Gott setzen? Mal wieder beten. Gott all mein Leid sagen und was mich ängstigt? Ihn um Frieden bitten und um Weisheit für die Menschen in Regierungen und Politik?
Gott verspricht den Menschen in der Bibel allumfassenden Frieden. Es geht also nicht nur darum, dass Völker in Frieden zusammenleben. Es geht darum, dass Menschen ganz von Frieden erfüllt sind.
Ich weiß, dass wir davon aktuell meilenweit entfernt sind, doch ich will die Hoffnung darauf nicht aufgeben, denn ich bin überzeugt: wir brauchen Friedensvisionen. Und deshalb baue ich mein Leben gerne auf Gott und auf seine Friedensvision. Ich setze meine Zuversicht auf ihn, denn er gibt mir Kraft und Stärke für jeden neuen Tag: Ermutigt mich, wenn ich nicht mehr weiterweiß. Begleitet mich, wenn ich einsam bin, und lässt mich spüren, dass er das Beste für mich will.
Der Psalmbeter hat das bereits vor tausenden von Jahren ebenso erkannt. Auch er baut auf Gott. Vertraut ihm seine Wege an und wird mir so zum Vorbild. Ich weiß nicht, ob der Psalmbeter ein rundum gelungenes Leben geführt hat, doch ich bin überzeugt, dass Gott mit ihm ging. Jederzeit. In unruhigen Zeiten und im Frieden, denn Gott war seine Zuversicht und seine Stärke.
Mareike Nix, Leinfelden-Echterdingen, Evangelisch-methodistische Kirche
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