SWR4 Abendgedanken
Richtig warm war es zu Schulanfang in Rheinland-Pfalz. Und wir haben einen Gottesdienst zur Einschulung gefeiert. Aufgeregte Schulanfängerinnen und Schulanfänger, stolze Eltern, glückliche Großeltern und viele Freunde saßen beieinander. Alles schwatzte durcheinander, und es war so richtig schön trubelig in der Kirche. Ich bin dann nach vorne, an den Altar, habe mich umgedreht und habe mir dann – demonstrativ – eine dicke Wollmütze auf den Kopf gesetzt. Mit Bommel – obwohl es so warm war.
Als ich da so gut bemützt stand und schwitzte, haben die Kinder gelacht. Ich auch. Und ich habe von früher erzählt, davon, dass meine Mama mir immer im Winter eine Mütze aufgesetzt hat und im Sommer darauf bestanden hat, dass ich eine Kappe trage. Und dass mir das damals gar nicht gefallen hat.
Wollmütze im Winter- total uncool. Kappe im Sommer – warum denn das? Meine damaligen Zweifel konnten die aufgeregten, neugierigen Kinder gut nachvollziehen.
Als nächstes ist dann eine Lehrerin zu mir nach vorne gekommen, und hat sich einen Strohhut aufgesetzt. Die nächste hatte einen Fahrradhelm dabei, die nächste eine Strickmütze. Der Strohhut hat erzählt, dass er luftig leicht ist und vor der Sonne schützt, die Strickmütze hat darüber berichtet, dass sie für warme Ohren im Winter sorgt und der Fahrradhelm hat mit freundlichen Worten seinen Schutz bei Unfällen und Stürzen angepriesen.
Alle in der Kirche haben verstanden: Die Mützen und Hüte stehen für gute Wünsche. Nämlich, dass die Person, die sie trägt, behütet, bemützt und gesegnet sein soll. „Bitte zieh Deine Mütze auf!“ Das ist mehr als nur eine Aufforderung. Das ist eine Bitte und ein Segenswunsch zugleich: Zum einen die Bitte: Bitte sorg für dich. Und bitte, pass auf dich auf. Und zum anderen der Wunsch: Du sollst spüren, dass du gesegnet und behütet bist.
Einen solchen Wunsch gibt es auch in der Bibel: „Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.“ (Psalm 121,6)
Gottes guter Segen ist wie ein Sonnenhut, der mich vor der Sonne schützt. Er ist wie eine Wollmütze, die meine Ohren wärmt und auch wie ein Fahrradhelm, der mich vor Schlimmerem bewahrt. Jede Mütze, jeder Hut erinnert mich daran, dass Gott mit mir durchs Leben geht, dass sein Segen mich begleitet.
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