SWR4 Abendgedanken

01SEP2025
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Wie das wohl war, als der Apostel Paulus seine Briefe geschrieben hat? Heute stehen sie fein säuberlich abgedruckt in der Bibel. Aber damals, da ist Paulus wahrscheinlich in einem Zimmer auf und ab gelaufen und hat einem Schreiber seine Briefe diktiert. Und einmal, da hat er am Schluss dem Schreiber die Feder aus der Hand genommen und hat selbst noch ein paar Zeilen dazugeschrieben – eigenhändig – einfach, weil ihm der Brief so wichtig war – und die Menschen, an die er ihn schicken wollte.

„Seht doch, mit was für großen Buchstaben ich euch jetzt eigenhändig schreibe.“ (Galater 6) So hat Paulus gegen Ende in einem seiner Briefe geschrieben.

Eigenhändig. Persönlich. Ich mag so was gerne. Vor kurzem hatte ich eine Postkarte in meinem Briefkasten. Eine Danksagung. Für meine Worte, den feierlichen Gottesdienst bei einer Hochzeit. Die Mutter der Braut hat mir geschrieben. Persönliche Worte in einer ganz individuellen Handschrift. Wie schön! Ich habe mich riesig gefreut und diese Karte viele Tage auf meinen Schreibtisch stehen lassen.

Ich freue mich natürlich auch, wenn ich einen Dank in meinem Emailpostfach finde, aber so eine handschriftliche Karte ist doch etwas anderes. Der Mensch, der mir da schreibt, kommt mir einfach näher, gibt mehr von sich selbst hinein in die Zeilen – mit seiner ganz persönlichen und einzigartigen Handschrift. Und das habe ich bei der Karte auf meinen Schreibtisch gespürt: Da hat jemand an mich gedacht. Dieser Karte habe ich so viel entnommen. Es war mehr als nur ein Gruß, ein Dank. Es war und ist ein Segen.

Der Apostel Paulus hat sich damals übrigens auch die Zeit genommen und hat der Gemeinde noch den Segen Gottes geschickt. „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch, liebe Brüder und Schwestern.“ Das ist für ihn ganz wichtig. So viel Zeit muss eben sein. Das Gebet für andere und der Wunsch, dass diese behütet und gesegnet sind, gehört für Paulus immer dazu.

„Seht doch, mit was für großen Buchstaben ich euch jetzt eigenhändig schreibe.“ Anscheinend hatte Paulus keine schöne Schrift, und seine Buchstaben sind deshalb etwas groß geraten. Meine Schrift ist auch nicht gerade die schönste. Aber: Das will ich zukünftig auch ab und an mal wieder machen. Mir Zeit nehmen für eine Karte, für einen Brief. In meiner Handschrift. Und an den Rand noch ein Blümchen malen. Ein buntes Blümchen. Einfach so. Weil es Spaß macht und Farbe ins Spiel bringt.

Und ganz am Schluss einen Wunsch schreiben: Bleib behütet.

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