Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
In diesem Sommer durfte ich erleben, wie schön und einzigartig Norwegen ist. Tiefblaue Fjorde, rechts und links steile Berge. Auf einer Zugfahrt komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Mitten auf der Strecke hält der Zug an. Damit alle, die möchten, den nahen Wasserfall bewundern können. Nach ein paar Minuten geht es weiter. Alle steigen wieder ein. Die Klamotten durchnässt von den Spritzern des Wassers und beeindruckt und begeistert von dem, was wir gerade so hautnah erlebt und gesehen haben. Kaum jemand spricht ein Wort. Wir alle strahlen und staunen immer noch. Staunen gemeinsam. Und ich habe das starke Gefühl: Das verbindet mich in diesem Moment mit den Menschen, die mit mir im Zug sitzen und diese Landschaft so großartig und wundervoll finden wie ich.
Staunen heißt: Ich nehme all das, was ich erlebe und sehe nicht für selbstverständlich. Die Schönheit der Natur. Die Kraft des Wassers. Das Licht der Sonne. Ich staune und blicke beim Staunen über meine kleine Welt hinaus und nehme wahr, wie groß, wunderbar und unglaublich die Schöpfung ist. Gleichzeitig empfinde ich eine große Dankbarkeit und Demut. Ich bin dankbar, dass ich diese Momente erleben darf. Und demütig, weil mir in diesen Momenten immer auch Gott nahekommt. Weil ich inmitten seiner wunderbaren Schöpfung leben und sein darf. Da kommt mir leicht ein Vers aus einem Psalm über die Lippen: „Staunenswert sind deine Werke, Gott!“ (Ps 139,14)
Momente, die mich staunen lassen, die gibt es nicht nur im Urlaub. Die gibt es immer dann, wenn ich mich packen lasse von den kleinen und großen Wundern dieser Welt.
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