SWR1 Anstöße sonn- und feiertags
Im Mainzer Dom ist seit einigen Wochen eine Bibel-Leseecke eingerichtet. Ein Plakat mit der Frage: „Welcher Bibel-Typ bist du?“ hat mich in diese Ecke gelockt. Viele verschiedene Bibeln liegen dort aus. Und spannend sind die Vorschläge, wie ich herausfinden kann, was oder wie mich die Bibel anspricht. Also, welcher Bibel-Typ ich bin. Mag ich eher spontan einfach mal eine Bibel in die Hand nehmen und darin blättern und bleibe eher zufällig an einer Erzählung oder einem Vers hängen? Oder suche ich bewusst schöne Botschaften und Worte, die mir Mut machen? Oder forsche ich lieber und finde die Zusammenhänge bestimmter biblischer Abschnitte heraus?
Und dann bin ich auf eine Anregung gestoßen, die „Bibelatmen“ heißt. Das ist eine Meditationsform, die den eigenen Atem mit einem Bibelwort verbindet. Ich soll so spüren, welche Kraft die Worte der Bibel verströmen können. „Zur Freiheit berufen“ (Gal 5,13) – stand auf einer Karte. Ein Satz des Apostels Paulus. Und der Hinweis einzuatmen mit dem Gedanken „Zur Freiheit“ und auszuatmen zum Wort „berufen“. Das hab ich gerne ausprobiert. Und mit dem Ein- und Ausatmen konnten sich die Worte mehr und mehr entfalten und die Gedanken einsickern. Der kurze Vers des Apostels Paulus ist so in mir hängen geblieben, - auch als ich schon längst zuhause war. Zur Freiheit berufen. Eine wunderbare Zusage, um durch den Tag zu gehen. Und mit dem Atem spüren, was mich frei macht und aufatmen lässt.
Ob ich jetzt der Typ „Bibelatmen“ bin, weiß ich nicht. Aber der Bibel immer mal wieder auf ganz neue Art und Weise auf die Spur zu kommen, das finde ich spannend.
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